Schweizer kauften für 10,7 Milliarden im Ausland ein

Schlechte Nachrichten für den Schweizer Detailhandel: 2015 gaben die Schweizer 10,7 Mrd. Franken im Ausland aus. Im Schnitt fuhren die Einkaufstouristen 76 Kilometer weit.

Der billige Euro lockt die Schweizer Konsumenten in Scharen zum Einkaufen ins benachbarte Ausland. Im vergangenen Jahr gaben sie dort laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK zum Wechselkurs von 2013 gerechnet rund 10,7 Mrd. Fr. aus. Das sind 6 Prozent mehr als 2013.

Angesichts der langen Autoschlangen, die sich jeden Samstag über die Grenze quälen, erscheint es überraschend, dass die Steigerung nicht grösser ist. Allerdings konnten die Schweizer durch die starke Verbilligung des Euro mit dem gleichen Budget mehr Waren im Ausland einkaufen, wie Studienautor Thomas Hochreutener sagte. Wertmässig sei die Steigerung deshalb nicht so hoch ausgefallen.

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Die Schweizer kaufen pro Jahr für 11 Milliarden Franken im Ausland ein. Das zeigen Daten von GfK. Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) und dem Fall des Eurokurses nutzen viele Schweizer Shopping-Touristen die Möglichkeit, im nahen Ausland Schnäppchen zu machen. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Alter Wechselkurs wegen Vergleichbarkeit

Um die Daten mit der Studie von 2013 vergleichen zu können, wurde die Berechnung mit dem Wechselkurs von 2013 angestellt. Damals kostete ein Euro 1,24 Franken. Zum realen Wechselkurs vom letzten Jahr von etwa 1,05 Franken gerechnet wären die Ausgaben gesunken, und zwar auf 8,6 Milliarden Franken, der «Blick» vorrechnet.

Der Einkaufstourismus dürfte seinen Höhepunkt erreicht haben, wenn der Euro auf dem jetzigen Niveau bleibe, sagte Hochreutener. Wenn der Euro sich nochmals deutlich abschwächen würde, dürfte der Einkaufstourismus weiter zulegen. Von den 10,7 Mrd. Franken, die die Schweizer im Ausland ausgaben, entfielen 1,4 Mrd. Fr. auf Einkäufe im Internet. Das sind 12 Prozent mehr als 2013.

Ladenöffnungszeiten auch ein Grund

Die billige Gemeinschaftswährung ist allerdings nicht der einzige Grund, über die Grenze zum Shoppen zu fahren. Für ein Fünftel der Schweizer sind auch die längeren ausländischen Ladenöffnungszeiten der Anlass, besonders in Kantonen mit restriktiven Ladenöffnungszeiten.

Die stärkste Zunahme bei den Auslandeinkäufe (ohne Onlinehandel) verzeichnete das Tessin. Sie schnellten um die Hälfte auf 514 Mio. Fr. nach oben. Dagegen blieben die Auslandeinkäufe in der Westschweiz bei 2,1 Mrd. Fr. stabil. In der Deutschschweiz stiegen sie um 5 Prozent auf 6,7 Mrd. Franken.

Am meisten kauften die hiesigen Konsumenten jenseits der Grenze Lebensmittelliessen, für 2,41 Mrd. Franken. Dahinter folgten neue Kleider für 1,82 Mrd. Franken sowie Körperpflege und Hygieneprodukte für 740 Mio. Franken. Deutlich zugelegt haben die Einkäufe von Sportwaren, Spielwaren oder Möbel, so Hochreutener.

Einkaufen auf Ausflügen oder Reisen

57 Prozent der Schweizer Haushalte kauften mindestens einmal pro Monat im Ausland ein. Dieser Anteil habe gegenüber dem hohen Niveau von 2013, als es 55 Prozent waren, nochmals zugenommen, heisst es in der Studie.

Das Konsumentenverhalten hat sich seit 2013 verändert. Die Konsumenten fahren seltener einzig nur für den Einkauf ins Ausland. Bei solchen gezielten Einkäufen gaben die Schweizer 4,8 Milliarden Franken aus, 5 Prozent weniger als 2013. Auslandeinkäufe werden immer häufiger mit einem Ausflug verbunden.

76 Kilometer pro Einkaufsfahrt

Die Schweizer sind bereit, lange Wege in Kauf zu nehmen: Die durchschnittlich zurückgelegte Strecke von 76 Kilometern pro gezieltem Besuch ist auch 2015 nochmals leicht um 2 km angestiegen. Auslandeinkäufe beschränken sich also nicht nur auf Bewohner von Grenzregionen. Sogar aus dem Wallis fahren Einkaufstouristen nach Deutschland.

Für die Studie hat die GfK rund 1100 Haushalte von Oktober 2015 bis Januar 2016 online befragt. Die Studie wurde im Auftrag der Interessengemeinschaft (IG) Detailhandel mit ihren Mitgliedern Coop, Denner, Manor und Migros durchgeführt.

Quelle: (sda/kwo), 20 Minuten

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12. Ausgabe des Businessplan-Wettbewerbs

Innovation und die Entwicklung von Geschäftsideen haben Tradition im Rheintal. Mit den beiden Startveranstaltungen am kommenden Dienstag und Mittwoch beginnt nun bereits die zwölfte Ausführung des Businessplan Wettbewerbs Liechtenstein Werdenberg. Junge Start-ups erhalten dabei wieder die Chance, einen Businessplan unter professioneller Anleitung zu erstellen und sich mit der eigenen Geschäftsidee einem kritischen Feedback zu stellen.

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Herr Moll, nach mittlerweile bereits elf Durchführungen des Businessplan Wettbewerbs wurde das Konzept überarbeitet. Was ist neu?
Thomas Moll: In der Vergangenheit lag der Fokus der Unterstützung im Rahmen des Wettbewerbs sehr stark auf der Planungsphase. Die Trainings waren so aufgebaut, dass die Teilnehmenden das nötige Grundwissen erarbeitet haben, um einen Businessplan professionell zu formulieren. Das neue Konzept geht einen wesentlichen Schritt weiter. Wir wollen erreichen, dass die Teilnehmenden aktiv werden. Sie sollen sich nicht nur intensiv mit der Materie auseinandersetzten, sondern aus dem Planungsmodus herausgerissen und zum aktiven Handeln motiviert werden. Dazu gehört auch, den Kontakt zu zukünftigen Kunden zu suchen und ihre Ideen in der Praxis zu testen. Die neuen Unterstützungsveranstaltungen sind daher in Form von sogenannten «lean launch pads» – schlanken Startrampen – aufgebaut, die sie dabei konkret unterstützen.

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Thomas Moll ist seit 4 Jahren Projektleiter für Wissens- und Technologietransfer im KMU Zentrum der Universität Liechtenstein. Für ihn ist es die vierte Durchführung des Businessplan Wettbewerbs.

Wie sieht die Zielgruppe des Wettbewerbs aus?
Jeder, der eine Geschäftsidee hat, mit der man Geld verdienen kann, ist angesprochen. Es spielt keine Rolle, ob man Gründungserfahrung hat oder nicht. Wir wollen das nötige Rüstzeug in den Unterstützungsveranstaltungen vermitteln. Auch etablierte Unternehmen können mitmachen. Wenn es darum geht, neue Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt zu bringen oder neue Geschäftsfelder zu entwickeln, bietet der Wettbewerb die Chance, das Vorhaben von einer unabhängigen Jury bewerten zu lassen. Es macht auch Sinn, am Wettbewerb teilzunehmen, wenn sich jemand mit dem Gedanken trägt, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen und allenfalls eine Neuausrichtung in Erwägung zieht.

Der Fokus wird also von der Theorie vermehrt auf die Praxis gelenkt. Was ist das Ziel?
Erklärtes Ziel ist es, die Teilnehmenden bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle und der erfolgreichen Umsetzung ihrer Geschäftsideen bestmöglich zu unterstützen und dadurch mehr innovative Unternehmen im Land zu gründen. Damit sollen langfristig und nachhaltig auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Nach dem grossen Interesse im vergangenen Jahr wird auch der «dream it» Ideen-Workshop erneut durchgeführt. Wer ist angesprochen?
Der «dream it» Ideen-Workshop soll Interessierten die Gelegenheit geben, an einem Tag intensiv Startup-Luft zu schnuppern und sich mit den verschiedenen relevanten Themenbereichen auseinanderzusetzen. Der Workshop bietet aber auch Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen. Erfahrene Coaches stehen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen dabei, eine Idee in Form zu bringen und in die Richtung eines Geschäftsmodelles zu entwickeln.

Was steht in diesem Bereich auf dem Programm? 
Der Workshop soll eine Startrampe für den Erfolg werden. Im Wesentlichen wird der Workshop in drei Bereiche unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Thema Innovation und geht der Frage nach, was eine Idee innovativ macht. Der zweite Teil stellt die wichtigsten Elemente bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen vor. Im Abschlussteil werden dann die Grundsteine für ein solides Geschäftsmodell gelegt. Die Teilnehmenden erfahren somit, wie ein Bogen von der ersten Idee über die Implementierung von innovativen Elementen bis hin zur Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells gespannt wird. Der Workshop bietet damit einen optimalen Einstig in die Materie und die Teilnahme am Wettbewerb.

Am Dienstag und Mittwoch finden die Startveranstaltungen an der Universität Liechtenstein in Vaduz und am NTB, der Interstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs, statt. Wie sieht der weitere Fahrplan aus? 
Der «dream it» Ideen-Workshop am 5. März leitet die Reihe an interaktiven Veranstaltungen ein. Sechs «launch pads» bieten zwischen dem 15. März und 3. Mai dann optimale Unterstützung für die individuelle Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells und der Erstellung eines professionellen Businessplans. Die Abgabe der Businesspläne kann bis spätestens 13. Mai 2016 erfolgen. Die öffentliche Preisverleihung für die besten Geschäftsideen findet schliesslich am 21. Juni 2016 an der Universität Liechtenstein statt.

Welche Art von Teilnehmern wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir motivierte Teilnehmer, kreative Köpfe und innovative Menschen, die bereit sind, für ihre Idee einzutreten und sie voranzutreiben, damit aus den Träumen Realität wird.

Gefällt ihnen die thematische Vielfalt oder könnte diese noch breiter gestreut sein?
In der Vergangenheit wurden immer wieder Ideen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen beim Wettbewerb eingereicht. Die thematische Vielfalt ist daher schon von Grund auf gegeben. Ich lasse mich aber immer wieder gerne aufs Neue überraschen.

Was bedeutet der Businessplan Wettbewerb für junge potenzielle Unternehmer im Rheintal?
Die im Rahmen des Wettbewerbs vergebenen Preise und Awards sind nur eine Anerkennung für die erbrachte Leistung. Ich denke, dass ein positives Feedback von unabhängigen Experten und die Aufmerksamkeit in den Medien sehr viel mehr wert ist als das Preisgeld alleine. Eine Auszeichnung ist zwar keine Garantie für den Erfolg, aber zumindest eine Bestätigung dafür, auf dem richtigen Weg zu sein.

1FL TV-Interview mit Thomas Moll

Sie haben eine Idee, mit der man Geld verdienen kann? Dann tun Sie’s doch! Entwickeln Sie aus Ihrer Geschäftsidee einen Businessplan. Gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen oder wachsen Sie mit Ihrem bereits bestehenden Unternehmen. Das Team des Businessplan Wettbewerbs Liechtenstein Rheintal 2016 begleitet und unterstützt Sie auf Ihrem Weg.

Wer kann teilnehmen?

Gründen, Wachsen oder Übernehmen

  • ErfinderInnen, Studierende und MitarbeiterInnen, die eine innovative Geschäftsidee haben oder JungunternehmerInnen, die einen Betrieb gründen möchten.
  • UnternehmerInnen, die ihr Unternehmen mit einer innovativen Produkt- oder Dienstleistungsidee neu ausrichten wollen oder UnternehmerInnen, die mit ihrer Unternehmung wachsen wollen.
  • JungunternehmerInnen, die einen Betrieb übernehmen möchten.

Wie kann ich profitieren?

Lean launch Pads

Im Rahmen des Businessplan Wettbewerbs werden Ihnen sechs launch pads angeboten. Das nötige Basiswissen zu den einzelnen Elementen des Businessplans wird Ihnen vermittelt. Es lohnt sich an den lehrreichen Trainings teilzunehmen.

Workshop, Coaching und Netzwerke

Nutzen Sie die Gelegenheit bei den verschiedenen Veranstaltungen Erfahrungen mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und interessante Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und dem Startup Umfeld kennenzulernen. Gerne dürfen Sie auch persönliche Coachings mit dem KMU Zentrum wahrnehmen.

Preise

Erstmals werden die besten fünf Businesspläne mit Awards ausgezeichnet und mit insgesamt CHF 40’000 an Preisgeldern prämiert. Zudem werden attraktive Sonderpreise vergeben:

  1. Platz: Preisgeld CHF 15’000
  2. Platz: Preisgeld CHF 10’000
  3. Platz: Preisgeld CHF 8’000
  4. Platz: Preisgeld CHF 5’000
  5. Platz: Preisgeld CHF 2’000

Alle prämierten Teams erhalten auch den begehrten «launch it»-Award.

Quelle: Jessica Nigg, Liewo, 1FL TV 

Regionalität und guter Service sind beste Mittel gegen «Lädelisterben»

Immer mehr kleine Geschäfte geben auf, es gibt aber auch Unternehmen, die dem «Lädelisterben» trotzen.

Mit einem freundlichen «Hallo» wird man im Gemüse- und Gartencenter von Lazo Lipovac empfangen. Seit 28 Jahren führt er gemeinsam mit seiner Frau den kleinen Laden in der Steckergass in Schaan. Ähnlich den früheren Tante-Emma-Läden findet man dort auf kleiner Verkaufsfläche ein kunterbuntes Warenangebot – oder eben alles, was für den täglichen Bedarf notwendig ist.

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Lazo Lipovac bedient seine Kunden persönlich, ein freundliches Gespräch darf dabei nicht fehlen. (Foto: Paul Trummer)

Während viele kleine Geschäfte bereits zugesperrt haben und die restlichen über die Konkurrenz der Grossen stöhnen, ist sich Lipovac seiner Stärken bewusst: «Der Preis ist nicht alles, entscheidend ist auch die Qualität der Waren.» Wenn möglich, bezieht er seine Produkte aus dem Inland oder der Region. Die Waren sollen frisch, möglichst unbehandelt oder nur wenig gespritzt sein, das ist ihm besonders wichtig. «Wir vertrauen dabei auf die Produzenten aus der Region, mit denen wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten», sagt der Geschäftsmann. Wie wichtig heutzutage Transparenz ist, weiss auch Albert Ospelt, Inhaber der Ospelt AG: «Die Kunden informieren sich immer öfter über die Herkunft der Produkte und konsumieren heute bewusster. Besonders im Lebensmittelbereich punkten Qualität und Regionalität.» Viele Kunden wollen aber nicht nur die Herkunft der Produkte kennen, sondern auch ihr Gegenüber. Lazo Lipovac bedient jeden seiner Kunden persönlich und neben einem freundlichen Gespräch gibt es meist auch eine kleine Aufmerksamkeit dazu. «Wo ma mi kennt» heisst es ebenfalls bei der Ospelt AG. «Unser Geschäft hat ein Gesicht», sagt Albert Ospelt, der Wert darauf legt, dass seine Mitarbeiter die Kunden gut und individuell beraten. Ein Mehrwert, den grosse Handelsketten nicht bieten können. «Die Packung im Kühlregal spricht nicht mit dir», formuliert Ospelt überspitzt und räumt den kleinen und mittleren Unternehmen gleichzeitig gute Zukunftschancen ein, wenn diese «ein offenes Ohr für die Wünsche der Kunden haben, aber auch Investieren und das Unternehmertum nicht aus den Augen verlieren».

Den Anschluss nicht verpassen

Ein Beispiel, wie man auf Kundenwünsche reagiert, zeigt die Bäckerei Mündle. Neben dem klassischen Frühstücksbrot bietet die Bäckerei mittlerweile kleine Zwischenmahlzeiten für untertags sowie an drei Standorten komplette Menüs am Mittag an. «Mit Brotbacken allein ist es heute nicht mehr getan», argumentieren die Inhaber Kathrin und Pirmin Mündle. Neben den gesellschaftlichen Strukturen – es gibt mehr Singlehaushalte, mehr berufstätige Frauen und ein grösseres Freizeitangebot – habe sich auch das Konsumverhalten der Menschen mit der Zeit verändert. «Unsere Kunden wollen schneller verpflegt werden, auf diese Wünsche und Bedürfnisse müssen wir eingehen», ist sich das Unternehmerpaar einig. Um den sinkenden Umsatzzahlen entgegenzuwirken, haben sich Mündles vor einem Jahr für die Expansion und ein weiteres Standbein entschieden. «Hätten wir die Umstellung nicht vollzogen, kämen die Menschen vielleicht auch nicht mehr, um Brot zu kaufen», vermutet Mündle.

Drei Beispiele, die zeigen, dass auch kleinere und mittlere Unternehmen neben den Grossen bestehen können. Lazo Lipovac: «Die Kunden kommen gerne zu uns in den Laden und wir hören immer wieder wie schön, dass es so etwas noch gibt.»

Quelle: Silvia Böhler, Liechtensteiner Volksblatt

Michel Jüstrich, Chef von Similasan, spricht Klartext: «Die Löhne werden sinken müssen»

«Der Erfolg der Schweiz ist auf drei Werten aufgebaut. Fleiss, Eigenverantwortung und liberale Wirtschaft. Alle drei scheinen mir den Bach runterzugehen. Und wir tun so, als sei alles in Ordnung. Ein Wahnsinn!», sagt Unternehmer Michel Jüstrich (49) im Interview.

Das Dorf Jonen im Kanton Aargau. Ein kleines Industriegebiet, gesäumt von Einfamilienhäusern, von denen jedes wie ein Ei dem anderen gleicht. Von der Terrasse der neuen, hochmodernen Produktionsanlage geht der Blick in die Ferne, weit übers Reusstal hinaus. Michel Jüstrich, Chef des Nahrungsmittelproduzenten Nahrin, des Tierfutterherstellers Anifit und Verwaltungsratspräsident von Similasan, der grössten Produzentin homöopathischer Arzneimittel in der Schweiz, posiert geduldig für die Fotografin.

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Michel Jüstrich (49) ist Chef von Similasan. Bild: Sabine Wunderlin

Er stapft durch den Schnee und blinzelt in die Sonne, während in den Hallen unter ihm unzählige Gläschen mit Augentropfen, Kügeli, Sprays und Kosmetika vom Band rollen. Die Produkte des Arzneimittelherstellers haben längst auf dem ganzen Globus ihren Platz gefunden. «In den USA zum Beispiel sind unsere Augentropfen der Renner», sagt Jüstrich nicht ohne Stolz.

Er ist ein quirliger Ostschweizer mit wachem Blick, ein Schnelldenker und -redner, ein Vollblutunternehmer, der gerne ein Witzchen reisst, aber auch Folgendes nicht verbergen will: Unter seiner heiteren, freundlichen Gelassenheit brodelt es gewaltig. Kurz gesagt, Michel Jüstrich ist sauer.

SonntagsBlick: Was hat Sie so verärgert?
Michel Jüstrich: Ich bin nicht nur verärgert, ich bin in tiefer Sorge um unsere Wirtschaft. Und um unser Land.

Warum?
Der Erfolg der Schweiz ist auf drei Werten aufgebaut. Fleiss, Eigenverantwortung und liberale Wirtschaft. Alle drei scheinen mir den Bach runterzugehen. Und wir tun so, als sei alles in Ordnung. Ein Wahnsinn!

Sie sagen, wir sind faul und bequem geworden?
Ja. Es ging uns – und da nehme ich mich nicht aus – lange sehr gut, unser bequemes Leben schien selbstverständlich zu sein. Wohl deshalb haben wir an Biss und Opferbereitschaft verloren. Man profitiert vom System, schaut nur für sich selber und scheint vergessen zu haben, dass man säen muss, bevor man ernten kann.

Wer hat Ihnen die Werte vermittelt, die Sie zu dieser Kritik motivieren?
Meine Eltern. Mein Vater führte ein kleines Unternehmen im äussersten Winkel der Ostschweiz, meine Mutter hat sich mit Leib und Seele um uns vier Kinder gekümmert. Wir haben gelernt, dass man füreinander schaut, dass einem niemand wegnehmen kann, was man gelernt hat – und: Es gibt nichts gratis.

Sie sagen, auch die liberalen Werte der Wirtschaft gingen den Bach runter …
… und wie! Was uns Unternehmern an administrativem Aufwand aufs Auge gedrückt wird, ist hanebüchen. Wir werden bevormundet, kontrolliert, mit neuen Regulierungen zugedeckt und können fast nicht mehr arbeiten.

Nennen Sie ein Beispiel!
Jede Firma muss für 5000 Franken das interne Kontrollsystem IKS kaufen. Es soll verhindern, dass sich Manager schamlos bedienen. Mag gut sein für grosse Konzerne, aber über 90 Prozent der Firmen in der Schweiz sind KMU. Als Patron eines Unternehmens bescheissen Sie sich doch nicht selber! Was soll der Quatsch? Oder nehmen wir das Schweizerwappengesetz. Wir müssen bei Nahrin das Schweizerkreuz von der Packung entfernen, obwohl wir alles in der Schweiz entwickeln und produzieren.

Weil nicht alle Zutaten aus der Schweiz kommen?
Eines unserer Topprodukte ist ein Artischocken-Apéro. Es gibt nun mal keine Artischocken in der Schweiz. Müsste ich die Ingredienzien umstellen, wäre das Produkt 20 Prozent teurer. Das können wir uns nicht leisten. Also weg mit dem Schweizerkreuz!

Das schmerzt Sie offensichtlich.
Ja, das schmerzt mich als Eidgenosse und trifft mich ökonomisch. Wir verlieren einen Trumpf im Ausland. Das Schweizerkreuz steht für gute Qualität. Übrigens – im Ausland kann ja jeder das Schweizerkreuz auf die Packung drucken, egal, was drin ist und wo produziert wird. Im Ausland kontrolliert niemand – dafür wir uns selbst in der Schweiz.

Warum verlegen Sie die Produktion der Exportprodukte nicht ins Ausland?
Ja, sehen Sie, das müsste ich eigentlich. Wäre notabene günstiger.

Was heisst das, planen Sie eine Verlagerung der Produktion?
Das plane ich nicht, dafür bin ich zu sehr Schweizer. Aber wir stehen unter massivem Preisdruck, müssen die Kosten senken, wo wir nur können. Das macht mir zu schaffen.

Haben Sie Arbeitsplätze abgebaut?
Bis dato nicht. Eher indirekt, in der Beschaffungskette. Ein Beispiel: Wenn ich Etiketten in Italien 50 Prozent günstiger bekommen kann, muss ich Ihnen nicht sagen, was ich tun werde. Das heisst, die hiesige Druckerei hat einen oder zwei Arbeitsplätze, die sie sich nicht mehr leisten kann. Sie wird die Leute wohl entlassen müssen. Das tut mir sehr leid, aber ich kann nicht anders. Wir müssen sparen!

Und wo sparen Sie?
Früher haben wir eine freiwillige Gratifikation bezahlt – die haben wir gestrichen. Wir werden nicht darum herumkommen, in der Schweiz langfristig über Lohnsenkungen zu reden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir haben zu hohe Produktionskosten.

Wir haben auch hohe Lebenskosten!
Stimmt, aber die kommen ins Rutschen. Der Ölpreis ist massiv gesunken. Die Konsumartikel werden billiger, wir haben eine negative Teuerung. Die Löhne werden sinken müssen. Aber auch der Staat muss endlich sparen!

Wie soll das gehen?
Schauen Sie, die Arbeitslosenrate wäre weit über 3,8 Prozent, wenn nicht Bundesbern und die Verwaltungen generell so gewachsen wären. Ich sage erstens: Verwaltungen betreiben keine Wertschöpfung. Sie sind zweitens aus Steuergeldern bezahlt. Das heisst, aus der Wertschöpfungsindustrie, und das heisst, aus der Wirtschaft. Drittens, was mich am meisten stört: Verwaltungen sind keine Dienstleister mehr, die alles tun, damit die Wirtschaft reibungslos funktioniert. Sie sind zu Piesackern geworden, die wir auch noch bezahlen müssen. Fazit: Auch der ganze Apparat muss die Kosten um mindestens 20 Prozent senken.

Warum 20 Prozent?
Wir haben massive, währungsbedingte Ertragsverluste. Wenn es mir nicht gelingt, die Kosten um ein Fünftel zu senken, gibt es uns in fünf Jahren nicht mehr. Das Gleiche muss auch für den aufgeblähten Staatsapparat gelten.

Sie würden einen engagierten Politiker abgeben!
Es wäre notwendig, dass sich Unternehmer wieder vermehrt politisch engagieren. Im Moment möchte ich möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen. Politik ist ein Thema für mich. Aber nicht schon heute.

Quelle: Christine Maier, Blick

Traditionsbetrieb gibt schweren Herzens Geschäftsaufgabe bekannt

Im Juli 2015 gab die Metzgerei Kaufmann in Eschen bekannt, die Türen aus wirtschaftlichen Gründen schliessen zu müssen. Dieses Mal kommt die Hiobsbotschaft aus der südlichsten Gemeinde, nun muss auch die Metzgerei Brunhart aus wirtschaftlichen Beweggründen die Schliessung verkünden.

Ihnen wird nachgesagt, seit Jahrzehnten die besten Würste Liechtensteins herzustellen: Die Metzgerei Brunhart AG hat daher landauf, landab Bekanntheit erlangt. Doch künftig wird damit Schluss sein, denn die Metzgerei in Balzers verkündete jüngst ihre Geschäftsaufgabe.

Der Gemeinde geht damit eine wichtige Anlaufstelle für Fleischwaren und andere Lebensmittel verloren, vor allem aber findet mit der Ladenschliessung ein Traditionsbetrieb sein Ende. Alteingesessene Balzner können sich mit Bestimmtheit noch an ihre Kindertage zurückerinnern, an denen der Höhepunkt des Einkaufs mit der Mutter das geschenkte Wienerli beim Metzger war.

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Am Samstag, 27. Februar, wird die Metzgerei Brunhart zum letzen Mal ihre Türen offen haben. Bild: Jürgen Posch

Schweren Entscheid getroffen

«Wir sehen uns vorwiegend aus wirtschaftlichen, aber auch aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, die Ladentüren der Metzgerei per Ende Februar dieses Jahres zu schliessen», bestätigt die Familie Brunhart auf Anfrage. Leicht sei ihnen die Entscheidung allerdings nicht gefallen, obwohl sie relativ kurzfristig getroffen wurde. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Auskunft darüber geben, was mit der Ladenlokalität geschehen wird. Abklärungen diesbezüglich sind noch im Gange», sagte die Familie weiter.

Metzgerei wird Balzers fehlen

«Es ist extrem schade, wenn einer der wenigen traditionsrei- chen Kleinbetriebe, welche wir in Balzers noch haben, seine Türen schliesst. Dadurch fallen unter anderem Einkaufsmöglichkeiten für die Einwohner der Gemeinde weg», bedauert Gemeindevorsteher Hansjörg Büchel. Neben dem Verkauf betrieb die Metzgerei Brunhart auch einen Party-Service, der sich grosser Beliebtheit erfreute und künftig nicht mehr verfügbar sein wird. Ein anderer Grund, weshalb Büchel keine Freude an der Geschäftsaufgabe hat, sei derjenige, dass so auf die «feinen Würste» verzichtet werden müsse.

Das Wegsterben traditioneller Kleinbetriebe ist laut dem Gemeindevorsteher nur dadurch zu verhindern, indem die Einwohner diese Geschäfte zu schätzen wissen und dort auch ihren Einkauf tätigen. «In solchen kleinen Läden kann oftmals alles erworben werden, was für den täglichen Gebrauch benötigt wird. Deshalb erledige ich meinen Einkauf immer in solchen Balzner Betrieben und bin sehr zufrieden mit ihnen», sagt Büchel weiter.

Klar ist, dass das Gebäude der Metzgerei von Bestand bleiben wird. Die grosse Frage, welche sich nun der Gemeinde Balzers stellt, ist, ob eventuell ein neuer Metzgerbetrieb die Lokalität übernehmen würde. «Ich hoffe sehr, dass sich dort ein neues Geschäft entwickeln kann», sagt der Vorsteher abschliessend.

Historisch bedeutend

Als eine der ersten Metzgereien eröffnete Christian Brunhart im Jahr 1937 neben dem Gasthaus Engel, welches ebenfalls im Besitz der Familie Brunhart ist, seine Metzgerei. Später verlegte der Gastronome und Metzger aus Balzers die Metzgerei in einen Neubau auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Die alte Lokalität wurde abgerissen und heute befinden sich dort die Parkplätze für den Gastronomiebetrieb.

Seit der Gründung der Metzgerei nahm Brunhart die Schweine der Bauern in seinen Betrieb, um sie dort für die Einwohner Balzers zu Fleischwaren zu verarbeiten. Aus historischer Sicht war dieser Vorgang von grosser Bedeutung, da somit die Hausmetzgete und die Verarbeitung in den Privathäusern ein Ende fand.

Quelle: Julia Kaufmann, Liechtensteiner Vaterland

Kampf der Bezahl-Apps: Nach Coop führt auch Migros «Twint» ein

Ab 2017 können Kunden mit dem mobilen Bezahldienst Twint an Migros-Kassen bezahlen – wie schon bei Coop. Twint und Konkurrentin Paymit liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Rennen geht in die heisse Phase. Nachdem SIX Payment Services angekündigt hat, die hauseigene Bezahl-App Paymit zu erweitern, zieht die Postfinance nach. Wie SonntagsBlick weiss, werden Kunden in der Migros spätestens Anfang 2017 mit dem mobilen Bezahldienst Twint von der Postfinance bezahlen können.

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Ein Kunde bezahlt bei Coop mit Twint: Migros will auf die Bluetooth-Terminals verzichten und arbeitet stattdessen mit QR-Codes. (Twint)

«Die Migros, Twint und das Twint-Mutterhaus Postfinance haben vereinbart, Twint als Zahlmöglichkeit in die Migros-App zu integrieren», sagt Migros-Sprecher Luzi Weber.

Neu auch mit Postfinance-Card

Das heisst: Wer über Twint bezahlen will, muss vom Kassierer den QR-Code aus der Migros-App scannen lassen. Damit spart sich die Detailhändlerin die Twint-Terminals, über welche die Zahlungen bei Coop und in anderen Läden abgewickelt werden.

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Diese QR-Codes kommen bei Migros zum Einsatz.

Neben Twint können Kunden auch ihre Postfinance-Card als Zahlungsmittel in der Migros-App hinterlegen. Bisher waren nur Kontos der Migros Bank oder Kreditkarten möglich.

Paymit soll noch vor Weihnachten kommen
Die Postfinance reagiert mit der neuen Zusammenarbeit auf die Offensive der Konkurrentin SIX. Sie will ihre Bezahl-App Paymit noch vor Beginn des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts fit fürs Einkaufen trimmen.

Bisher waren mit Paymit nur Bargeld-Überweisungen zwischen zwei Personen möglich. Die App belastet direkt ein angehängtes Bankkonto oder ein Paymit-Konto, das Nutzer mit der Kreditkarte aufladen.

Pilotphase kurz vor Beginn
Noch im Februar startet SIX eine Pilotphase fürs Bezahlen in Läden, wie Sprecher Julian Chan bestätigt. «Wir sind in Verhandlungen mit den bekannten Grossverteilern der Schweiz.»

Diese haben ein Interesse an Paymit. Ein Vorteil ist die bereits vorhandene Infrastruktur. Die Kartenlesegeräte von SIX, die heute in den Läden stehen, können laut Chan einen QR-Code generieren. Kunden scannen ihn mit ihrem Smartphone, um die Zahlung über Paymit auszulösen.

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Paymit will noch vor dem Weihnachtsgeschäft fit fürs Bezahlen in Läden sein. (Keystone)

Tiefere Transaktionsgebühren für die Händler sind ein weiterer Vorteil. «Sie sind mehrheitlich tiefer als bei Kreditkartenzahlungen», sagt der SIX-Sprecher.

Rabattcoupons
Paymit solle eine Bankdienstleistung sein, die nur von Kommissionen lebt. «Paymit wird deshalb keine Einnahmen über Werbung in der App generieren», versichert Chan.

Platz für Werbung gebe es trotzdem: «Händler sollen in Zukunft auch Coupons für Rabatte oder andere Kundenbindungsprogramme in Paymit bereitstellen können.»

Quelle: Onur Ogul, Blick am Abend

Schweizer KMU unterschätzen Digitalisierung

Zwischen Schweizer Grosskonzernen und KMU klafft ein Graben: Die Grossen beschäftigen sich seit Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, die Mittelständler hinken hinterher.

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Dank Digitalisierung lassen sich Dokumente oder Kunstwerke prüfen. Vor allem kleine und mittlere Betriebe unterschätzen noch den volkswirtschaftlichen Nutzen digitaler Technologien. (Symbolbild) (KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Zwischen Grosskonzernen und mittelständischen Unternehmen in der Schweiz klafft ein Graben: Die Grossen beschäftigen sich seit Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, während die mittleren und kleinen der Entwicklung hinterherhinken.

Beschäftigen sich Schweizer Grosskonzerne seit Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, hinken die mittleren und kleinen Unternehmen in der Entwicklung hinterherhinken.

Das zeigt eine Umfrage von Ernst & Young Basel (EY). 700 Unternehmen in der Schweiz wurden dazu befragt, welchen Stellenwert digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell einnehmen.

Ergebnis: Für 65 Prozent dieser Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitenden spielen solche Technologien kaum eine oder überhaupt keine Rolle. Überdurchschnittlich viele dieser Unternehmen sind in der Baubranche oder im Handel tätig.

«Die Resultate der Umfrage deuten darauf hin, dass viele die vierte industrielle Revolution noch unterschätzen», sagt Bruno Chiomento, CEO von Ernst & Young Basel (EY).

Für den Wirtschaftsstandort Schweiz sei es von zentraler Bedeutung, dass sich auch die kleinen und mittleren Betriebe (KMU) mit den Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung auseinandersetzten, sagt Bruno Chiomento, CEO von Ernst & Young Basel (EY). Das Beratungsunternehmen hat eine entsprechende Umfrage zum Thema vorgestellt. 700 Unternehmen in der Schweiz wurden dazu befragt, welchen Stellenwert digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell einnehmen. Das Ergebnis: Für 65 Prozent dieser Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitenden spielen solche Technologien kaum eine oder überhaupt keine Rolle. Überdurchschnittlich viele dieser Unternehmen sind in der Baubranche oder im Handel tätig.

Vierte industrielle Revolution unterschätzt

Erst vergangene Woche verwies Google-Missionar Jeremy Abbett im Interview mit handelszeitung.ch auf den rasanten Wandel in der Wirtschaft: «Die Dinge verändern sich so schnell – wenn du nicht ständig lernst, wirst du irrelevant», so der Tech-Experte. Die Schweiz sei in einer grossartigen Position – um aber wirklich innovativ zu sein, brauche es auch einen gewissen Leidensdruck, ist Abbett überzeugt. Man müsse verstehen, dass die Welt heute ganz anders funktioniere als noch vor wenigen Jahren. Und: «Viele europäische Firmen basieren auf gestern», so Abbett.

Auch bei E & Y schlägt man Alarm: «Die Resultate der Umfrage deuten darauf hin, dass viele die vierte industrielle Revolution noch unterschätzen», sagt Chimento. So fehlt es denn auch nur einer Minderheit von je 7 Prozent der Befragten an Geld, Personal oder Know-How, um sich vertiefter mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Vieles lässt sich automatisieren

Die Mehrheit derjeniger Unternehmen, für die Digitalisierung eine Rolle spielt, nutzen entsprechende Technologien für die Beziehung zu ihren Kunden, um ihre Effizienz zu steigern und Abläufe zu verbessern. Doch Digitalisierung habe das Potential, Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern.

Neue Dienstleistungen entstünden und im administrativen Bereich liessen sich viele Prozesse automatisieren, heisst es bei EY. Sobald ein Unternehmen Kunden- oder Nutzungsdaten für individuelle Angebote oder neue Produkte und Lösungen nutzen könne. «ist der Wert der digitalen Technologien sehr hoch».

Quelle: (sda/chb/moh) Handelszeitung