Sitag AG neu in polnischer Hand

Die Büromöbel-Herstellerin Sitag AG in Sennwald wird polnisch und soll dank des Verkaufs an einen Branchenleader wachsen.

Die Büromöbel-Herstellerin Sitag AG in Sennwald wird polnisch und soll dank des Verkaufs an einen Branchenleader wachsen.

Die Sitag AG in Sennwald ist vom polnischen Büromöbelhersteller Nowy Styl zu 100 Prozent übernommen worden. Die Produktion in Sennwald soll beibehalten werden. Seit 2009 war die Sitag im Besitz der Investorengruppe Nimbus.

Was schon seit Tagen ein Gerücht war, hat die Sitag AG mit Sitz in Sennwald am Montagnachmittag bestätigt. Der Büromöbelhersteller, der im April dieses Jahres sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hat, ist verkauft worden. Der drittgrösste Büromöbelhersteller Europas, die polnische Nowy Styl Group, hat die Mehrheitsanteile der Nimbus NV und die Minderheitsanteile des Sitag-Managements zu 100 Prozent übernommen. Die neue Besitzerin wünschte ausdrücklich, dass das heutige Management der Sitag seine Arbeit weiterführt, was dieses auch tut. «Wir kennen den Markt und unterstützen die weitere Entwicklung der Sitag tatkräftig», sagt Sitag-CEO Toni Lee.

«Sitag kann profitieren»

Dass die Nimbus NV als Investorengruppe für maximal fünf bis sechs Jahre in der Sitag involviert bleiben würde, sei klar gewesen, als sie 2009 die Mehrheitsbeteiligung erwarb. Lee ist froh, dass der Verkauf an die Nowy Styl Group geklappt hat. «Wir wollten einen strategischen Partner aus der Büromöbelbranche und nicht einfach einen reinen Geldgeber», betont er. Und das habe man nun erreicht. Er werde nächstes Jahr 60, auch deshalb begrüsse er die gefundene Zukunftslösung. Gegenüber dem W& O zeigt sich Lee davon überzeugt, dass die Sitag vom neuen Besitzer profitieren werde. Einerseits könnten durch die Partnerschaft Komponenten, die schon bisher aus dem Euroraum bezogen wurden, günstiger eingekauft werden. Andererseits sieht er eine positive Entwicklung der Sitag in Europa dank der Einbettung in Showräume und in das Verkaufsnetz der Nowy Styl Group. «Wir erhalten nun viel bessere Exportmöglichkeiten », ist Lee überzeugt. Zudem könnten Lücken im Sitag-Sortiment mit anderen Produkten der Nowy Styl Group geschlossen werden.

Produktionskapazität erhöhen

«Wir hätten diesen Deal sicher nicht gemacht, wenn er der Sitag schaden würde», zerstreut Toni Lee Befürchtungen, dass der Standort Sennwald geschwächt werden könnte. Eine Verlagerung von Jobs nach Polen sei keine Option. «Wir sind eine profitable Firma und konnten unsere Umsätze halten», betont er. Das Ziel sei klar: «Wir wollen den Umsatz steigern und die Produktionskapazität in Sennwald erhöhen.» Auch, um die Arbeitsplätze hier zu sichern.

Die Marke Sitag bleibt erhalten

Sitag sei eine starke Marke mit gutem Ruf und dem Qualitätszeugnis «swiss style at work». «Was unter der Marke Sitag auf den Markt kommt, stammt weiter aus Schweizer Produktion», so Lee. Der neue Besitzer kaufe gezielt die Marke Sitag und das Know-how der Mitarbeitenden.

Die Sitag realisiert derzeit zusammen mit einem asiatischen Partner ein Montagewerk in Singapur zur Belieferung Asiens. Sie erzielte 2014 mit 130 Mitarbeitenden rund 30 Millionen Franken Umsatz. Die Nowy Styl Group setzte über 325 Millionen Franken um. 80 Prozent ihres Umsatzes erzielt die Gruppe ausserhalb Polens. Sie ist in Privatbesitz und gehört den beiden Gründern Adam und Jerzy Krzanowski.

Quelle: Thomas Schwizer Liechtensteiner Vaterland

Firmengründung ist vor allem für junge Leute ein Thema

Creating a businessBei der jungen Generation ist der Unternehmergeist stärker ausgeprägt als bei den Älteren. Die 18- bis 34-Jährigen wollen 1,6 Mal so häufig eine Firma gründen wie die übrigen, wie aus der Studie «Future Potential – a GEM perspective on youth entrepreneurship 2015» des Global Entrepreneurship Monitor hervorgeht.

Allerdings gehören den Jungen auch die kleinsten Firmen mit den wenigsten Arbeitsplätzen. In rund 73% der von den unter 24-Jährigen gegründeten Unternehmen gibt es ausser der Gründungsperson keine Mitarbeitenden, so ein Ergebnis des Berichts, der sich auf Daten stützt, die zwischen 2012 und 2014 in fünf Regionen der Welt – subsaharisches Afrika, Mittlerer Osten und Nordafrika, Südostasien, Lateinamerika und Karibik sowie Europa, USA und Kanada  – erhoben wurden.

Die Lebensdauer der von jungen Unternehmenden geleiteten Firmen ist tendenziell ebenfalls kürzer als die derjenigen mit älteren Chefinnen und Chefs. Die über 34-Jährigen stehen 1,7 Mal häufiger an der Spitze eines «reifen» Unternehmens – das seit mindestens 42 Monaten besteht – als die 25- bis 34-Jährigen.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich dergestalt, dass die 18- bis 34-jährigen Männer 1,3 Mal so häufig eine Firma gründen wie die Frauen derselben Altersgruppe und 1,6 Mal eher Eigentümer einer «reifen» Firma sind. Zudem sind sie doppelt so oft wie die Frauen Arbeitgeber für mehr als fünf Personen.

Auch zwischen den Regionen fördert der Bericht erhebliche Unterschiede zutage. Von den jungen Menschen im subsaharischen Afrika äussern 52% die Absicht, unternehmerisch aktiv zu werden, in Lateinamerika und der Karibik sind es 41%, im Mittleren Osten und in Nordafrika 39%, in Südostasien 26% und in Europa 19%. Die Jugend im subsaharischen Afrika wird wohl auch am ehesten tatsächlich einmal ein Unternehmen leiten, mit einer Wahrscheinlichkeit von 28%, gegenüber 8% bei den jungen Europäerinnen und Europäern.

Auf die gesamte erwerbsfähige Bevölkerung (18-64 Jahre) bezogen, waren 7,1% der Schweizerinnen und Schweizer 2014 in einer frühen Phase unternehmerisch tätig (Early-stage Entrepreneurial Activity). Dieser Begriff umfasst Personen, die gerade dabei sind, ein Unternehmen zu gründen oder deren Unternehmen weniger als dreieinhalb Jahre alt ist. Die Schweiz lag hierbei im europäischen Durchschnitt. In der EU betrug diese Quote 7,8%. In Nordamerika gehörten 13,4% der Erwerbstätigen zu dieser Gruppe, in Afrika 26%, in Asien-Ozeanien 13% und in Lateinamerika 17,6%.