Darum kommt Apple Pay so früh zu uns

Apple schaffte es an der Entwicklerkonferenz, nationale Glücksgefühle auszulösen. Die Schweiz gehört neben Frankreich zu den wenigen europäischen Ländern, in denen Apple Pay bald an den Start geht. Bezahlen soll zu Beginn in Online-Shops oder auch bei Lidl und Aldi möglich sein.

Die für uns wichtigste Meldung der Entwicklerkonferenz WWDC: Apple Pay kommt in die Schweiz. Das ist bemerkenswert, weil wir gewohnt sind, bei neuen Diensten hinten anzustehen.

Meistens kommen erst die grossen europäischen Länder zum Zug – diesmal ist es für einmal anders.

Apple Pay Radio

Wieso hat Apple ausgerechnet die kleine Schweiz ausgewählt?

Ein Grund: Wir sind ein Land mit besonders vielen iPhones. Um Apple Paynutzen zu können, ist aber ein neues Modell nötig: 6s, 6 oder iPhone SE mit Touch ID, das via NFC-Funk mit dem Kassenterminal kommuniziert (Grafik: So funktioniert’s).

Ein anderer Grund: Wenn Apple mit der Einführung seines Bezahlsystems hierzulande noch länger wartet, könnte es bald zu spät sein. Denn mit Twint sind Postfinance und die Banken daran, ein Bollwerk gegen Apple Pay (und auch Google Wallet) zu errichten. An den Kassen der Coop-Läden sind sie bereits präsent und noch in diesem Jahr soll auch die Migros dazu kommen.

Bei den Grossverteilern Fuss zu fassen wird für Apple also mit reichlich Aufwand und Überzeugungsarbeit verbunden sein. Die hat Apple bei Aldi und Lidl bereits geleistet: Die beiden Discounter gehören zu den ersten physischen Geschäften, in denen wir per Apple Pay bezahlen können.

Bei Apple Pay benötigt der Benutzer eine Kreditkarte, über welche die Zahlung abgewickelt wird. So gesehen ist Apple Pay (wie auch Twint) einfach eine Bankkarte im Handy und ein Zahlsystem, bei dem neben den Kreditkartenfirmen noch eine dritte Seite Gebühren kassieren will. Wo genau für den Kunden die Vorteile liegen, wird sich noch zeigen müssen.

apple pay device

Sind wir App-faul geworden?

Beim Bezahlen mit dem Handy ist also noch vieles offen. Es wundert deshalb nicht, dass Apple an seiner Entwicklerkonferenz das Thema nur kurz streifte.

Das grosse Geld macht Apple mit Apps. Allerdings: So häufig wie auch schon werden die nicht mehr heruntergeladen. Zwei Drittel der Smartphone-Nutzer installieren in einem typischen Monat nicht einmal eine einzige neue App auf ihrem Gerät, zeigt eine aktuelle Studie aus den USA. Die meisten Nutzer verbringen den Grossteil ihrer Zeit statt dessen mit einer einzigen «Lieblings-App».

In gewissem Mass sind wir also App-faul geworden. Ein Grund: Wir haben einen «Grundstock» an Apps auf unserem Smarphone installiert, mit dem wir unsere wichtigsten Bedürfnisse abdecken. Wozu also noch mehr?

App-Qualität soll besser werden

Für Apple ist diese Erkenntnis schmerzhaft. Denn die Firma verdient an jeder verkauften App mit – satte 30 Prozent. So kamen im letzten Jahr rund 20 Milliarden Dollar zusammen. Schon vor der WWDC hat Apple nun angekündigt, den Entwicklern künftig mehr Geld zu geben. Neu werden diese ab dem zweiten Jahr 85 Prozent der Einnahmen erhalten. Apples Beteiligung verringert sich auf 15 Prozent. Die Hoffnung: Dass so mehr attraktive Apps in den Appstore kommen, die uns aus der App-Faulheit befreien.

Neu werden Entwickler ihre Apps auch im Abo anbieten können. Das heisst, dass wir nicht nur beim ersten Installieren dafür zahlen, sondern nach einer bestimmten Zeit unser Abonnement der App erneuern müssen. Klingt zuerst nach Geldmacherei, könnte aber die Qualität der angebotenen Apps erhöhen. Denn für Entwickler wird es so attraktiver, eine App weiter zu entwicklen und regelmässig Updates anzubieten. Nur so lässt sich der Anwender motivieren, sein Abo weiterhin zu bezahlen.

Viermal grOSartig

An der WWDC schwärmten verschiedene Apple-Grössen auch über zwei Stunden lang ziemlich aufgeregt («excited») von Apples Betriebssystemen. OS X, das Betriebssystem für den PC, heisst neu macOS und reiht sich nun optisch nahtlos ein in die weitere Produktpalette mit iOS (iPhone), watchOS (Apple Watch) und tvOS (Apple TV). Apple bietet damit vier Plattformen, die alle nach mehr Apps rufen.

Um die Entwickler zu motivieren, diese auch zu programmieren, hat Apple verschiedene Massnahmen angekündigt. Zum Beispiel, dass der Zugang zur Sprachassistentin Siri geöffnet wird. Das bedeutet, dass Entwickler nun Sprachsteurfunktionen einfach in ihre eigenen Apps einbauen können.

Und auch beim «Home Kit» hat Apple die Unterstützung verbessert: Bereits heute sind weltweit rund 100 Heimautomatisierungs-Produkte mit der Plattform kompatibel. Entwickler können so Thermostate, Lichter, Jalousien, Türschlösser oder Videokameras an ihre Apps anbinden.

Apple sorgt für Nachwuchs

Und damit nicht nur heute, sondern auch in Zukunft genügend Programmierer Apps bauen, kündigte Apple ausserdem «Swift Playground» für den iPad an – eine vereinfachte und grafische Version der Programmiersprache «Swift».

Die Software wird gratis sein, so dass möglichst viele Kinder und Schüler den ersten Schritt zum Coding machen können – und später hoffentlich Apps entwicklen, die Apples wichtigste Einnahmequelle auch in Zukunft sprudeln lassen.

Quelle: Reto Widmer, SRF Digital

Gemeinsame Mobile-Payment-Lösung für die Schweiz beschlossen

Die fünf grössten Schweizer Banken Credit Suisse, PostFinance, Raiffeisen, UBS und ZKB, die Finanzinfrastrukturdienstleisterin SIX, und die Detailhändler Coop und Migros sowie Swisscom haben sich auf eine gemeinsame Lösung für ein Schweizer Mobile-Payment-System verständigt. Es verbindet die Stärken von Paymit und TWINT und bietet eine plattformunabhängige, wettbewerbsfähige und kundenfreundliche Lösung für alle Marktteilnehmer. Neben der Payment-Funktion sind Mehrwertleistungen massgebende Elemente der gemeinsamen Lösung. Die Zusammenlegung der beiden heutigen Systeme erfolgt im Laufe des Herbstes 2016. Nutzer und Händler von Paymit und TWINT können die zwei Systeme bis zur Migration auf die neue Plattform wie gewohnt einsetzen. Weiterentwicklung und Betrieb werden an ein eigenes Unternehmen übertragen, an dem die fünf grössten Banken und SIX beteiligt sein werden. Es wird von Jürg Weber präsidiert und von Thierry Kneissler als CEO geleitet.

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Die Zusammenlegung von Paymit‬ und TWINT‬ erfolgt im Lauf des Herbstes 2016 unter dem Namen TWINT. Für dich ändert sich vorerst nichts: Du wirst künftig von noch mehr Vorteilen profitieren können. Schön, dass du mit dabei bist! (TWINT)

Die neun Unternehmen haben Ende März 2016 ergebnisoffene Sondierungsgespräche für eine gemeinsame Mobile-Payment-Lösung angekündigt. Ziel der Gespräche war die Abklärung der Machbarkeit eines gemeinsamen, kundenfreundlichen mobilen Zahlungssystems, das rasch verbreitet und schweizweit sowohl im stationären Handel als auch bei Online-Einkäufen und weiteren Anwendungen verwendet werden kann.

Stärken beider Systeme gebündelt

Die beteiligten Unternehmen haben sich nun darauf verständigt, ein gemeinsames Mobile-Payment-System zu betreiben, das die Vorteile der beiden bisher getrennt betriebenen Systeme Paymit und TWINT vereint. Das neue System tritt unter der Marke «TWINT» auf. Es erfolgt ein umfassendes Re-Branding, das der gemeinsamen Schweizer Mobile Payment Plattform Rechnung trägt. Die gemeinsame Plattform steht allen Konsumentinnen und Konsumenten sowie sämtlichen Händlern offen – vom Grossverteiler bis zur Espresso-Bar, Banken, Herausgebern von Zahlkarten (Issuer), Abrechnungsunternehmen (Acquirer) sowie allen weiteren in- und ausländischen Marktteilnehmern. Sie ist kanalübergreifend an der Ladenkasse, im E Commerce, in Apps, an Automaten sowie zwischen Personen einsetzbar. «Wir arbeiten nun mit Hochdruck daran, die beiden Systeme zu migrieren und die gemeinsame Plattform allen Händlern und Endkunden im Laufe des Herbstes 2016 verfügbar zu machen», erklärt Thierry Kneissler, der als CEO das neue Unternehmen leiten wird. Die Plattform kombiniert die Stärken von Paymit und TWINT. Ausserdem kann jede Partnerbank, wie bei Paymit, ihre eigene Applikation im Co-Branding herausgeben, und dem Handel steht die Option von TWINT offen, eigene Kundenkarten ins System einzubinden. «Ich bin froh, dass unsere Anstrengungen für innovative digitale Lösungen im Finanzbereich hier zu einem gemeinsamen Ganzen geführt haben, wo wir das Beste aus den zwei Welten zusammenbringen konnten», meint Lukas Gähwiler, President UBS Switzerland.

„Das Beste aus Paymit und Twint auf einer Plattform. Wir gestalten damit das mobile Bezahlen selbst. Eine gemeinsame Schweizer Lösung war immer unser Ziel.“
Urs Schaeppi, CEO Swisscom

Weitreichende Funktionalitäten

Von der gemeinsamen Zahlungslösung profitieren insbesondere die Nutzer. Sie werden eine breite Akzeptanz im stationären Handel vorfinden, online und in Applikationen von Händlern einkaufen, Rechnungen begleichen und an Automaten Lebensmittel, Parkscheine, Skipässe sowie weitere Güter und Dienstleistungen bezahlen können. Auch Überweisungen unter den Nutzern werden weiterhin möglich sein. Zudem kann der Nutzer wählen, wie er seine mobile Zahlung begleichen will: Die neue Zahlungslösung akzeptiert sowohl die Anbindung eines Bankkontos als auch einer Kredit- oder Prepaidkarte sowie das Aufladen per Vorauszahlung (Prepaid). Auch die Händler profitieren von der gemeinsamen Lösung: Mehrwertleistungen, wie die Integration von Kundenkarten, Stempelkarten oder Promotionsrabatten (Mobile-Couponing) stehen interessierten Händlern und Kunden zur Verfügung. «Wir sind sehr erfreut, dass wir nun eine Lösung haben, die technologisch innovativ ist und bei der wir die unterschiedlichen Funktionalitäten von Paymit und TWINT zu Gunsten der Kundinnen und Kunden verbinden konnten», meint Alexandre Zeller, Präsident des Verwaltungsrates von SIX. Dank des gemeinsamen Standards entfällt eine Mehrfachintegration verschiedener Zahlungsverkehrslösungen und spart damit Investitionskosten für die Händler. Die Lösung ist technologisch offen, um vorhandene und zukünftige Übermittlungstechnologien wie Bluetooth, QRCode und NFC zu integrieren. Insbesondere lassen sich neben den TWINT-Terminals (Beacons) die ebenfalls vorhandenen Zahlterminals aller Anbieter in das System integrieren. Dies mit dem Ziel, eine möglichst rasche und weitreichende Marktdurchdringung zu erreichen. Auch Kleinsthändler oder
Dienstleistungsunternehmen können sich ohne grosse Investitionen ans System anschliessen. «Damit können wir den bundesrätlichen Auftrag, eine moderne Zahlungsverkehrs-Infrastruktur bereitzustellen, gemeinsam mit unseren Partnern aus dem Schweizer Finanzplatz und des Handels erfüllen», ergänzt Hansruedi Köng, CEO von PostFinance.

„Diese innovative Bezahllösung bietet viele Vorteile. Mit ihr haben unsere Kundinnen und Kunden eine neue Möglichkeit, einfach und sicher in den Filialen oder im Internet zu bezahlen oder auch Überweisungen zu tätigen.“
Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung Coop-Gruppe

Eigenes Unternehmen

Der Betrieb der gemeinsamen Lösung wird an ein eigenes Unternehmen namens TWINT AG übertragen, an dem die fünf grössten Banken und SIX beteiligt sind und das weiterhin mit bestehenden strategischen Partnern, u.a. Swisscom für die Bankenintegration, zusammenarbeiten wird. Der VR setzt sich aus dem Kreis der Eigentümer zusammen. Das Präsidium wird Jürg Weber, Division CEO Payment Services von SIX übernehmen. Als CEO wird Thierry Kneissler das Unternehmen führen. Er leitet heute die TWINT AG, ein Tochterunternehmen von PostFinance. «Es wird nun darum gehen, den gemeinsamen Willen zu einem innovativen und wettbewerbsfähigen mobilen Zahlungssystem durch verlässliche Strukturen und Prozesse schnell in eine qualitativ hochstehende Dienstleistung für die Konsumenten und den Handel zu überführen», ergänzt der designierte Verwaltungsratspräsident Jürg Weber. Die Umsetzung der gemeinsamen Mobile-Payment-Lösung bedarf noch der Zustimmung der
zuständigen Wettbewerbsbehörden. Vorbehältlich dieser Entscheide soll eine gemeinsame Lösung im Laufe des Herbstes 2016 einsatzbereit sein. Bis zu diesem Zeitpunkt können Nutzer von Paymit und TWINT unverändert die Dienste und Funktionen ihres Anbieters in Anspruch nehmen. Bestehende Verträge sollen lösungsabhängig überführt werden.

Quelle: Twint

Paymit und Twint raufen sich zusammen

Seit letzten März üben Postfinance, die Betreiberin von Twint und das Paymit-Konsortium bestehend aus SIX, UBS und der Zürcher Kantonalbank (ZKB) den gemeinsamen Schulterschluss, wie auch finews.ch damals berichtete.

PostFinance Twint SIX Paymit

Die Gespräche zwischen den potenziellen Partner laufen. Erste offizielle Ergebnis werden in den kommenden Wochen erwartet (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Ursache des überraschenden Zusammengehens ist Apple. Der amerikanische Unterhaltungselektronik-Konzern tritt mit der eigenen Bezahl-App Apple Pay in den Schweizer Markt ein. Um gegen die geballt Kraft von Apple eine Chance zu besitzen, ist die Bündelung der Ressourcen von Twint und Paymit unumgänglich.

Einheitliche Lösung in Griffnähe

Nun stehen die Verhandlungen für eine gemeinsame Bezahl-Lösung zwischen Twint und Paymit offenbar kurz vor dem Durchbruch, wie die «Sonntagszeitung» (SOZ) in der aktuellen Ausgabe schrieb.

Laut mit den Verhandlungen vertrauten Personen hätten sich die Parteien in wichtigen Punkten geeinigt und technische Lösungen gefunden, hiess es weiter. Nun gehe es noch darum, die organisatorische Struktur hinter der gemeinsamen App festzulegen.

Postfinance am kürzeren Hebel

An einer gemeinsamen Lösung besonders interessiert sei einerseits der Detailhandel. Dieser fürchte den Aufwand durch verschiedene Systeme, so die SOZ.

Anderseits zielten die Banken auf ein einheitliches System. Laut Insidern müsse nun wohl Postfinance einlenken. Das Unternehmen, das jüngst der Schweizerischen Bankiervereinigung beigetreten ist, hat mit Twint aktuell die am weitesten entwickelte Eigenlösung. Das Bezahl-System steht bereits beim Schweizer Grossverteiler Coop im Einsatz.

Die Topmanager der Postfinance machen laut dem Bericht hinter den Kulissen Druck, weil sie die Erlaubnis wollen, Kredite vergeben zu dürfen. Das ist der Post heute verboten. Deswegen wolle man bei der App-Frage vermutlich keinen Goodwill verspielen, hiess es weiter.

Quelle: Finews

Postfinance-Bezahl-App Twint schweizweit gestartet

Die Bezahl-App der Postfinance mit Namen Twint ist am Dienstag schweizweit gestartet. Twint kann derzeit bei über 1000 Coop-Kassen, in über 250 Läden, Restaurants und Bars verwendet werden.

Einsetzbar ist sie auch im Stade de Suisse in Bern, in den Gastrobetrieben der SV Group und in ersten Poststellen.

Das Bezahl-App Twint wird in einem Zürcher Restaurant benutzt (Archiv).

Das Bezahl-App Twint wird in einem Zürcher Restaurant benutzt (Archiv).

Damit habe man die eigenen Erwartungen übertroffen, erklärte Twint-Chef Thierry Kneissler vor den Medien in Zürich. Beim Start von Twint Anfang August in Bern und Zürich habe man mit lediglich 50 Shops bis zur schweizweiten Lancierung gerechnet.

«Jetzt geht es richtig los», sagte Kneissler. Bis Ende Jahr solle Twint an mindestens 5000 Ladenkassen einsetzbar sein, davon 3000 bei Coop.

Bis im Frühling würden alle Kassen in sämtlichen Coop-Supermärkten ausgerüstet, erklärte Coop-Informatikchef August Harder. Zudem funktionierte Twint bis dahin auch in den Onlineshops von Coop.

Getestet werde die Bezahl-App ebenfalls an den Billetautomaten der SBB im Bahnhof Bern, sagte Kneissler. Überdies sollten es bis Ende Jahr über 1000 Läden sein, in denen mit Twint bezahlt werden könne. Und die Post rüstet in den kommenden Tagen die 80 grössten Poststellen mit Twint aus. Weitere sollen im nächsten Jahr folgen.

Verhandlungen mit Migros

Die Migros ist mit Twint und der Postfinance in Verhandlungen, wie Migros-Sprecher Luzi Weber auf Anfrage sagte. Aus technischer Sicht sei Twint in die Migros-eigene Bezahl-App integrierbar.

Gleichzeitig sind immer mehr Banken an Bord. Neben der Postfinance, der Valiant Bank und der Berner Kantonalbank setzen neu auch die Kantonalbanken von Thurgau, Graubünden, Schaffhausen und Genf auf die Bezahl-App.

Um an der Ladenkasse zu zahlen, verwendet Twint die Funktechnologie Bluetooth, die in den bisherigen Zahlterminals nicht funktioniert. Die Läden müssen deshalb eigene Twint-Terminals kaufen. Kleinere Läden können auch die Twint-Händler-App für den Bezahlvorgang verwenden.

Konkurrenz zu Paymit

Auf den landesweiten Start hin hat Twint den Funktionsumfang erweitert: Neu kann man die App auch einsetzen, um von Handy zu Handy Geld zu überweisen.

Damit macht Twint der Bezahl-App Paymit Konkurrenz, die vom Finanzinfrastrukturanbieter SIX, von mehreren Banken und von der Swisscom betrieben wird. Mit Paymit lassen sich bislang lediglich Geldbeträge zwischen Privatpersonen per Smartphone überweisen und anfordern. Eine Bezahlfunktion kennt die App noch nicht. Daneben bieten weiterhin Startup-Unternehmen, wie die Schweizer Anbieter Mobino, Muume oder Klimpr, eigene Bezahlsysteme an.

Konkurrieren müssen Twint und Paymit längerfristig zwar ohnehin mit internationalen Systemen wie zum Beispiel ApplePay, das in der Schweiz aber noch nicht funktioniert. Dennoch dürfte es entscheidend sein, welches System in den nächsten Monaten am meisten Nutzer und Zahlstellen für sich gewinnen kann, da sich kaum mehrere Systeme parallel etablieren dürften.

Bereits das Handtuch geworfen hatte die Swisscom Anfang August bei ihrer eigenen Bezahl-App Tapit. Der Grund war Erfolgslosigkeit. Der grösste Schweizer Telekomkonzern hat sich seither Paymit angeschlossen.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt