Traditionsbetrieb gibt schweren Herzens Geschäftsaufgabe bekannt

Im Juli 2015 gab die Metzgerei Kaufmann in Eschen bekannt, die Türen aus wirtschaftlichen Gründen schliessen zu müssen. Dieses Mal kommt die Hiobsbotschaft aus der südlichsten Gemeinde, nun muss auch die Metzgerei Brunhart aus wirtschaftlichen Beweggründen die Schliessung verkünden.

Ihnen wird nachgesagt, seit Jahrzehnten die besten Würste Liechtensteins herzustellen: Die Metzgerei Brunhart AG hat daher landauf, landab Bekanntheit erlangt. Doch künftig wird damit Schluss sein, denn die Metzgerei in Balzers verkündete jüngst ihre Geschäftsaufgabe.

Der Gemeinde geht damit eine wichtige Anlaufstelle für Fleischwaren und andere Lebensmittel verloren, vor allem aber findet mit der Ladenschliessung ein Traditionsbetrieb sein Ende. Alteingesessene Balzner können sich mit Bestimmtheit noch an ihre Kindertage zurückerinnern, an denen der Höhepunkt des Einkaufs mit der Mutter das geschenkte Wienerli beim Metzger war.

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Am Samstag, 27. Februar, wird die Metzgerei Brunhart zum letzen Mal ihre Türen offen haben. Bild: Jürgen Posch

Schweren Entscheid getroffen

«Wir sehen uns vorwiegend aus wirtschaftlichen, aber auch aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, die Ladentüren der Metzgerei per Ende Februar dieses Jahres zu schliessen», bestätigt die Familie Brunhart auf Anfrage. Leicht sei ihnen die Entscheidung allerdings nicht gefallen, obwohl sie relativ kurzfristig getroffen wurde. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Auskunft darüber geben, was mit der Ladenlokalität geschehen wird. Abklärungen diesbezüglich sind noch im Gange», sagte die Familie weiter.

Metzgerei wird Balzers fehlen

«Es ist extrem schade, wenn einer der wenigen traditionsrei- chen Kleinbetriebe, welche wir in Balzers noch haben, seine Türen schliesst. Dadurch fallen unter anderem Einkaufsmöglichkeiten für die Einwohner der Gemeinde weg», bedauert Gemeindevorsteher Hansjörg Büchel. Neben dem Verkauf betrieb die Metzgerei Brunhart auch einen Party-Service, der sich grosser Beliebtheit erfreute und künftig nicht mehr verfügbar sein wird. Ein anderer Grund, weshalb Büchel keine Freude an der Geschäftsaufgabe hat, sei derjenige, dass so auf die «feinen Würste» verzichtet werden müsse.

Das Wegsterben traditioneller Kleinbetriebe ist laut dem Gemeindevorsteher nur dadurch zu verhindern, indem die Einwohner diese Geschäfte zu schätzen wissen und dort auch ihren Einkauf tätigen. «In solchen kleinen Läden kann oftmals alles erworben werden, was für den täglichen Gebrauch benötigt wird. Deshalb erledige ich meinen Einkauf immer in solchen Balzner Betrieben und bin sehr zufrieden mit ihnen», sagt Büchel weiter.

Klar ist, dass das Gebäude der Metzgerei von Bestand bleiben wird. Die grosse Frage, welche sich nun der Gemeinde Balzers stellt, ist, ob eventuell ein neuer Metzgerbetrieb die Lokalität übernehmen würde. «Ich hoffe sehr, dass sich dort ein neues Geschäft entwickeln kann», sagt der Vorsteher abschliessend.

Historisch bedeutend

Als eine der ersten Metzgereien eröffnete Christian Brunhart im Jahr 1937 neben dem Gasthaus Engel, welches ebenfalls im Besitz der Familie Brunhart ist, seine Metzgerei. Später verlegte der Gastronome und Metzger aus Balzers die Metzgerei in einen Neubau auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Die alte Lokalität wurde abgerissen und heute befinden sich dort die Parkplätze für den Gastronomiebetrieb.

Seit der Gründung der Metzgerei nahm Brunhart die Schweine der Bauern in seinen Betrieb, um sie dort für die Einwohner Balzers zu Fleischwaren zu verarbeiten. Aus historischer Sicht war dieser Vorgang von grosser Bedeutung, da somit die Hausmetzgete und die Verarbeitung in den Privathäusern ein Ende fand.

Quelle: Julia Kaufmann, Liechtensteiner Vaterland

Schweizer Online-Kunden kaufen am liebsten auf Rechnung

Beim Online-Einkauf ist die Schweizer Kundschaft kaum von einer Bestellung per Rechnung abzubringen. Das geht aus neuen Verbandszahlen zum Versandhandel hervor. Demnach wählen über 80 Prozent der Käufer im Online-Handel die Rechnung als Zahlungsmethode.

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Die Zah­lungsmög­lich­keiten mit der Kreditkarte werden ständig erweitert (Cashless).

Lediglich 12 Prozent der Schweizer Interneteinkäufe erfolgen mit der Kreditkarte, wie Patrick Kessler, Verbandspräsident des Schweizerischen Versandhandels, am Mittwoch an einem Medienanlass in Zürich erläuterte. Rund 4 Prozent würde über Debitkarten beziehungsweise über Vorauskasse abgewickelt.

Im Ausland zeigt sich dagegen ein völlig anderes Bild. Laut Kessler liegen jenseits der Schweizer Landesgrenzen die Zahlungen mit Kreditkarten hoch im Trend. Über 90 Prozent der Einkäufe im Online-Handel erfolgen mit dem Plastikgeld. Die Zahlungsmethoden per Rechnung sowie Debitkarten oder Vorauskasse spielten fast keine Rolle. In der Schweiz schlummere bei Kreditkartenzahlungen deshalb noch viel Potenzial.

Als Gründe für das besondere Einkaufsverhalten der Schweizer führte er ausserdem an, dass die Rechnung quasi ein helvetisches Kulturgut zu sein scheint. Zudem änderten Kunden ihre Zahlungsgewohnheiten nur sehr langsam. Dabei spielten insbesondere Faktoren wie Vertrauen und Technologie ein grosse Rolle.

Zwar entscheidet bei einem Online-Einkauf der Kunde über seine Zahlungsmethode, allerdings könnten Händler – etwa mit Rabatten oder Zuschlägen – die Auswahl beeinflussen.

2014 hat sich der Online-Bestellwert in der Schweiz um rund 11 Prozent auf zirka 6 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahr erhöht. Bei diesen Zahlen ist allerdings zu berücksichtigen, dass gerade Preisnachlässe im Internet für Schweizer Kundschaft dazu führen, dass der Bestellwert nicht so stark steigt, wie das eigentliche Einkaufsvolumen.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt