Schweizer KMU unterschätzen Digitalisierung

Zwischen Schweizer Grosskonzernen und KMU klafft ein Graben: Die Grossen beschäftigen sich seit Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, die Mittelständler hinken hinterher.

img_6664-3

Dank Digitalisierung lassen sich Dokumente oder Kunstwerke prüfen. Vor allem kleine und mittlere Betriebe unterschätzen noch den volkswirtschaftlichen Nutzen digitaler Technologien. (Symbolbild) (KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Zwischen Grosskonzernen und mittelständischen Unternehmen in der Schweiz klafft ein Graben: Die Grossen beschäftigen sich seit Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, während die mittleren und kleinen der Entwicklung hinterherhinken.

Beschäftigen sich Schweizer Grosskonzerne seit Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, hinken die mittleren und kleinen Unternehmen in der Entwicklung hinterherhinken.

Das zeigt eine Umfrage von Ernst & Young Basel (EY). 700 Unternehmen in der Schweiz wurden dazu befragt, welchen Stellenwert digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell einnehmen.

Ergebnis: Für 65 Prozent dieser Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitenden spielen solche Technologien kaum eine oder überhaupt keine Rolle. Überdurchschnittlich viele dieser Unternehmen sind in der Baubranche oder im Handel tätig.

«Die Resultate der Umfrage deuten darauf hin, dass viele die vierte industrielle Revolution noch unterschätzen», sagt Bruno Chiomento, CEO von Ernst & Young Basel (EY).

Für den Wirtschaftsstandort Schweiz sei es von zentraler Bedeutung, dass sich auch die kleinen und mittleren Betriebe (KMU) mit den Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung auseinandersetzten, sagt Bruno Chiomento, CEO von Ernst & Young Basel (EY). Das Beratungsunternehmen hat eine entsprechende Umfrage zum Thema vorgestellt. 700 Unternehmen in der Schweiz wurden dazu befragt, welchen Stellenwert digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell einnehmen. Das Ergebnis: Für 65 Prozent dieser Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitenden spielen solche Technologien kaum eine oder überhaupt keine Rolle. Überdurchschnittlich viele dieser Unternehmen sind in der Baubranche oder im Handel tätig.

Vierte industrielle Revolution unterschätzt

Erst vergangene Woche verwies Google-Missionar Jeremy Abbett im Interview mit handelszeitung.ch auf den rasanten Wandel in der Wirtschaft: «Die Dinge verändern sich so schnell – wenn du nicht ständig lernst, wirst du irrelevant», so der Tech-Experte. Die Schweiz sei in einer grossartigen Position – um aber wirklich innovativ zu sein, brauche es auch einen gewissen Leidensdruck, ist Abbett überzeugt. Man müsse verstehen, dass die Welt heute ganz anders funktioniere als noch vor wenigen Jahren. Und: «Viele europäische Firmen basieren auf gestern», so Abbett.

Auch bei E & Y schlägt man Alarm: «Die Resultate der Umfrage deuten darauf hin, dass viele die vierte industrielle Revolution noch unterschätzen», sagt Chimento. So fehlt es denn auch nur einer Minderheit von je 7 Prozent der Befragten an Geld, Personal oder Know-How, um sich vertiefter mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Vieles lässt sich automatisieren

Die Mehrheit derjeniger Unternehmen, für die Digitalisierung eine Rolle spielt, nutzen entsprechende Technologien für die Beziehung zu ihren Kunden, um ihre Effizienz zu steigern und Abläufe zu verbessern. Doch Digitalisierung habe das Potential, Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern.

Neue Dienstleistungen entstünden und im administrativen Bereich liessen sich viele Prozesse automatisieren, heisst es bei EY. Sobald ein Unternehmen Kunden- oder Nutzungsdaten für individuelle Angebote oder neue Produkte und Lösungen nutzen könne. «ist der Wert der digitalen Technologien sehr hoch».

Quelle: (sda/chb/moh) Handelszeitung

Mangelnde Nachfrage beunruhigt Schweizer KMU

Die Chefs von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fürchten eine abnehmende Kauflust: Laut einer Umfrage des Versicherers Zurich sehen 42,5 Prozent das grösste Risiko ihrer Geschäftstätigkeit in einer mangelnden Konsumentennachfrage sowie in Überbeständen.

Im Vorjahr waren es lediglich 29 Prozent gewesen. Die Angst vor einer nachlassenden Nachfrage erklärt die Zurich mit der tiefen Teuerung. Eine niedrige Inflation oder gar Deflation könne für die Geschäftsaussichten problematisch sein, lässt sich Chef-Marktstratege und -Ökonom Guy Miller in einer Mitteilung vom Sonntag zitieren.

719914_1_20160110132158762

Schweizer KMU rechnen mit weniger Umsatz: Sinkende Preise schüren Ängste vor einer nachlassenden Nachfrage. (Symbolbild) (KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Der Grund: Die Konsumenten könnten Käufe hinauszögern, weil sie auf weiter purzelnde Preise hoffen. Das führt zu weniger Umsatz, worauf die Unternehmen ihrerseits die Investitionen wegen des niedrigen Konsums kürzen könnten – ein Teufelskreis, wie Miller ausführt. Die Konsumentenpreise in der Schweiz sind 2015 im Jahresdurchschnitt um 1,1 Prozent gefallen.

Als zweit- und drittgrösste Sorgen rangieren bei den KMU der starke Wettbewerb beziehungsweise eine daraus resultierende Minderung der Verkaufsmarge sowie steuerliche Probleme. Auf der anderen Seite setzt ein Viertel der 200 befragten KMU in der Schweiz Hoffnungen auf die Erschliessung neuer Kundensegmente. Auch Kostensenkungen sowie attraktive Kreditbedingungen werden als Chancen angegeben.

Quelle: (sda), Liechtensteiner Vaterland