12. Ausgabe des Businessplan-Wettbewerbs

Innovation und die Entwicklung von Geschäftsideen haben Tradition im Rheintal. Mit den beiden Startveranstaltungen am kommenden Dienstag und Mittwoch beginnt nun bereits die zwölfte Ausführung des Businessplan Wettbewerbs Liechtenstein Werdenberg. Junge Start-ups erhalten dabei wieder die Chance, einen Businessplan unter professioneller Anleitung zu erstellen und sich mit der eigenen Geschäftsidee einem kritischen Feedback zu stellen.

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Herr Moll, nach mittlerweile bereits elf Durchführungen des Businessplan Wettbewerbs wurde das Konzept überarbeitet. Was ist neu?
Thomas Moll: In der Vergangenheit lag der Fokus der Unterstützung im Rahmen des Wettbewerbs sehr stark auf der Planungsphase. Die Trainings waren so aufgebaut, dass die Teilnehmenden das nötige Grundwissen erarbeitet haben, um einen Businessplan professionell zu formulieren. Das neue Konzept geht einen wesentlichen Schritt weiter. Wir wollen erreichen, dass die Teilnehmenden aktiv werden. Sie sollen sich nicht nur intensiv mit der Materie auseinandersetzten, sondern aus dem Planungsmodus herausgerissen und zum aktiven Handeln motiviert werden. Dazu gehört auch, den Kontakt zu zukünftigen Kunden zu suchen und ihre Ideen in der Praxis zu testen. Die neuen Unterstützungsveranstaltungen sind daher in Form von sogenannten «lean launch pads» – schlanken Startrampen – aufgebaut, die sie dabei konkret unterstützen.

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Thomas Moll ist seit 4 Jahren Projektleiter für Wissens- und Technologietransfer im KMU Zentrum der Universität Liechtenstein. Für ihn ist es die vierte Durchführung des Businessplan Wettbewerbs.

Wie sieht die Zielgruppe des Wettbewerbs aus?
Jeder, der eine Geschäftsidee hat, mit der man Geld verdienen kann, ist angesprochen. Es spielt keine Rolle, ob man Gründungserfahrung hat oder nicht. Wir wollen das nötige Rüstzeug in den Unterstützungsveranstaltungen vermitteln. Auch etablierte Unternehmen können mitmachen. Wenn es darum geht, neue Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt zu bringen oder neue Geschäftsfelder zu entwickeln, bietet der Wettbewerb die Chance, das Vorhaben von einer unabhängigen Jury bewerten zu lassen. Es macht auch Sinn, am Wettbewerb teilzunehmen, wenn sich jemand mit dem Gedanken trägt, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen und allenfalls eine Neuausrichtung in Erwägung zieht.

Der Fokus wird also von der Theorie vermehrt auf die Praxis gelenkt. Was ist das Ziel?
Erklärtes Ziel ist es, die Teilnehmenden bei der Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle und der erfolgreichen Umsetzung ihrer Geschäftsideen bestmöglich zu unterstützen und dadurch mehr innovative Unternehmen im Land zu gründen. Damit sollen langfristig und nachhaltig auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Nach dem grossen Interesse im vergangenen Jahr wird auch der «dream it» Ideen-Workshop erneut durchgeführt. Wer ist angesprochen?
Der «dream it» Ideen-Workshop soll Interessierten die Gelegenheit geben, an einem Tag intensiv Startup-Luft zu schnuppern und sich mit den verschiedenen relevanten Themenbereichen auseinanderzusetzen. Der Workshop bietet aber auch Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen. Erfahrene Coaches stehen mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen dabei, eine Idee in Form zu bringen und in die Richtung eines Geschäftsmodelles zu entwickeln.

Was steht in diesem Bereich auf dem Programm? 
Der Workshop soll eine Startrampe für den Erfolg werden. Im Wesentlichen wird der Workshop in drei Bereiche unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Thema Innovation und geht der Frage nach, was eine Idee innovativ macht. Der zweite Teil stellt die wichtigsten Elemente bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen vor. Im Abschlussteil werden dann die Grundsteine für ein solides Geschäftsmodell gelegt. Die Teilnehmenden erfahren somit, wie ein Bogen von der ersten Idee über die Implementierung von innovativen Elementen bis hin zur Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells gespannt wird. Der Workshop bietet damit einen optimalen Einstig in die Materie und die Teilnahme am Wettbewerb.

Am Dienstag und Mittwoch finden die Startveranstaltungen an der Universität Liechtenstein in Vaduz und am NTB, der Interstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs, statt. Wie sieht der weitere Fahrplan aus? 
Der «dream it» Ideen-Workshop am 5. März leitet die Reihe an interaktiven Veranstaltungen ein. Sechs «launch pads» bieten zwischen dem 15. März und 3. Mai dann optimale Unterstützung für die individuelle Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells und der Erstellung eines professionellen Businessplans. Die Abgabe der Businesspläne kann bis spätestens 13. Mai 2016 erfolgen. Die öffentliche Preisverleihung für die besten Geschäftsideen findet schliesslich am 21. Juni 2016 an der Universität Liechtenstein statt.

Welche Art von Teilnehmern wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir motivierte Teilnehmer, kreative Köpfe und innovative Menschen, die bereit sind, für ihre Idee einzutreten und sie voranzutreiben, damit aus den Träumen Realität wird.

Gefällt ihnen die thematische Vielfalt oder könnte diese noch breiter gestreut sein?
In der Vergangenheit wurden immer wieder Ideen aus den unterschiedlichsten Themenbereichen beim Wettbewerb eingereicht. Die thematische Vielfalt ist daher schon von Grund auf gegeben. Ich lasse mich aber immer wieder gerne aufs Neue überraschen.

Was bedeutet der Businessplan Wettbewerb für junge potenzielle Unternehmer im Rheintal?
Die im Rahmen des Wettbewerbs vergebenen Preise und Awards sind nur eine Anerkennung für die erbrachte Leistung. Ich denke, dass ein positives Feedback von unabhängigen Experten und die Aufmerksamkeit in den Medien sehr viel mehr wert ist als das Preisgeld alleine. Eine Auszeichnung ist zwar keine Garantie für den Erfolg, aber zumindest eine Bestätigung dafür, auf dem richtigen Weg zu sein.

1FL TV-Interview mit Thomas Moll

Sie haben eine Idee, mit der man Geld verdienen kann? Dann tun Sie’s doch! Entwickeln Sie aus Ihrer Geschäftsidee einen Businessplan. Gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen oder wachsen Sie mit Ihrem bereits bestehenden Unternehmen. Das Team des Businessplan Wettbewerbs Liechtenstein Rheintal 2016 begleitet und unterstützt Sie auf Ihrem Weg.

Wer kann teilnehmen?

Gründen, Wachsen oder Übernehmen

  • ErfinderInnen, Studierende und MitarbeiterInnen, die eine innovative Geschäftsidee haben oder JungunternehmerInnen, die einen Betrieb gründen möchten.
  • UnternehmerInnen, die ihr Unternehmen mit einer innovativen Produkt- oder Dienstleistungsidee neu ausrichten wollen oder UnternehmerInnen, die mit ihrer Unternehmung wachsen wollen.
  • JungunternehmerInnen, die einen Betrieb übernehmen möchten.

Wie kann ich profitieren?

Lean launch Pads

Im Rahmen des Businessplan Wettbewerbs werden Ihnen sechs launch pads angeboten. Das nötige Basiswissen zu den einzelnen Elementen des Businessplans wird Ihnen vermittelt. Es lohnt sich an den lehrreichen Trainings teilzunehmen.

Workshop, Coaching und Netzwerke

Nutzen Sie die Gelegenheit bei den verschiedenen Veranstaltungen Erfahrungen mit den anderen Teilnehmern auszutauschen und interessante Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und dem Startup Umfeld kennenzulernen. Gerne dürfen Sie auch persönliche Coachings mit dem KMU Zentrum wahrnehmen.

Preise

Erstmals werden die besten fünf Businesspläne mit Awards ausgezeichnet und mit insgesamt CHF 40’000 an Preisgeldern prämiert. Zudem werden attraktive Sonderpreise vergeben:

  1. Platz: Preisgeld CHF 15’000
  2. Platz: Preisgeld CHF 10’000
  3. Platz: Preisgeld CHF 8’000
  4. Platz: Preisgeld CHF 5’000
  5. Platz: Preisgeld CHF 2’000

Alle prämierten Teams erhalten auch den begehrten «launch it»-Award.

Quelle: Jessica Nigg, Liewo, 1FL TV 

Traditionsbetrieb gibt schweren Herzens Geschäftsaufgabe bekannt

Im Juli 2015 gab die Metzgerei Kaufmann in Eschen bekannt, die Türen aus wirtschaftlichen Gründen schliessen zu müssen. Dieses Mal kommt die Hiobsbotschaft aus der südlichsten Gemeinde, nun muss auch die Metzgerei Brunhart aus wirtschaftlichen Beweggründen die Schliessung verkünden.

Ihnen wird nachgesagt, seit Jahrzehnten die besten Würste Liechtensteins herzustellen: Die Metzgerei Brunhart AG hat daher landauf, landab Bekanntheit erlangt. Doch künftig wird damit Schluss sein, denn die Metzgerei in Balzers verkündete jüngst ihre Geschäftsaufgabe.

Der Gemeinde geht damit eine wichtige Anlaufstelle für Fleischwaren und andere Lebensmittel verloren, vor allem aber findet mit der Ladenschliessung ein Traditionsbetrieb sein Ende. Alteingesessene Balzner können sich mit Bestimmtheit noch an ihre Kindertage zurückerinnern, an denen der Höhepunkt des Einkaufs mit der Mutter das geschenkte Wienerli beim Metzger war.

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Am Samstag, 27. Februar, wird die Metzgerei Brunhart zum letzen Mal ihre Türen offen haben. Bild: Jürgen Posch

Schweren Entscheid getroffen

«Wir sehen uns vorwiegend aus wirtschaftlichen, aber auch aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, die Ladentüren der Metzgerei per Ende Februar dieses Jahres zu schliessen», bestätigt die Familie Brunhart auf Anfrage. Leicht sei ihnen die Entscheidung allerdings nicht gefallen, obwohl sie relativ kurzfristig getroffen wurde. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Auskunft darüber geben, was mit der Ladenlokalität geschehen wird. Abklärungen diesbezüglich sind noch im Gange», sagte die Familie weiter.

Metzgerei wird Balzers fehlen

«Es ist extrem schade, wenn einer der wenigen traditionsrei- chen Kleinbetriebe, welche wir in Balzers noch haben, seine Türen schliesst. Dadurch fallen unter anderem Einkaufsmöglichkeiten für die Einwohner der Gemeinde weg», bedauert Gemeindevorsteher Hansjörg Büchel. Neben dem Verkauf betrieb die Metzgerei Brunhart auch einen Party-Service, der sich grosser Beliebtheit erfreute und künftig nicht mehr verfügbar sein wird. Ein anderer Grund, weshalb Büchel keine Freude an der Geschäftsaufgabe hat, sei derjenige, dass so auf die «feinen Würste» verzichtet werden müsse.

Das Wegsterben traditioneller Kleinbetriebe ist laut dem Gemeindevorsteher nur dadurch zu verhindern, indem die Einwohner diese Geschäfte zu schätzen wissen und dort auch ihren Einkauf tätigen. «In solchen kleinen Läden kann oftmals alles erworben werden, was für den täglichen Gebrauch benötigt wird. Deshalb erledige ich meinen Einkauf immer in solchen Balzner Betrieben und bin sehr zufrieden mit ihnen», sagt Büchel weiter.

Klar ist, dass das Gebäude der Metzgerei von Bestand bleiben wird. Die grosse Frage, welche sich nun der Gemeinde Balzers stellt, ist, ob eventuell ein neuer Metzgerbetrieb die Lokalität übernehmen würde. «Ich hoffe sehr, dass sich dort ein neues Geschäft entwickeln kann», sagt der Vorsteher abschliessend.

Historisch bedeutend

Als eine der ersten Metzgereien eröffnete Christian Brunhart im Jahr 1937 neben dem Gasthaus Engel, welches ebenfalls im Besitz der Familie Brunhart ist, seine Metzgerei. Später verlegte der Gastronome und Metzger aus Balzers die Metzgerei in einen Neubau auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Die alte Lokalität wurde abgerissen und heute befinden sich dort die Parkplätze für den Gastronomiebetrieb.

Seit der Gründung der Metzgerei nahm Brunhart die Schweine der Bauern in seinen Betrieb, um sie dort für die Einwohner Balzers zu Fleischwaren zu verarbeiten. Aus historischer Sicht war dieser Vorgang von grosser Bedeutung, da somit die Hausmetzgete und die Verarbeitung in den Privathäusern ein Ende fand.

Quelle: Julia Kaufmann, Liechtensteiner Vaterland

Fürst Hans-Adam II. warnt vor generellen Steuererhöhungen

Bisher hat die Regierung vor allem an den Ausgaben gespart – die Einnahmenseite wurde bisher eher verschont. Vor Steuererhöhungen warnt Fürst Hans-Adam II. im Neujahrsinterview mit Radio L jedoch, er plädiert für Privatisierungen.

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Fürst Hans-Adam II. (Foto: Paul Trummer)

Von einer Staatspleite ist Liechtenstein zwar weit entfernt, trotzdem betont Fürst Hans-Adam II. im Neujahrsinterview mit Radio L die Bedeutung eines ausgeglichenen Staatshaushalts: «Wir müssen wirklich sehr darauf achten, dass wir nicht wie andere Staaten Schulden machen und dann in eine Schuldenspirale kommen, aus der wir nicht mehr herauskommen.» Eine «schwarze Null» sei daher nötig und auch im Interesse des Volkes, meint das Staatsoberhaupt. Nicht zuletzt die Abstimmung zur KVG-Revision habe gezeigt, dass die Bürger auch die nötige Reife hätten, dafür Einschnitte in Kauf zu nehmen.

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Privatisierung statt Steuererhöhung

Trotzdem werden die Stimmen aus der Mittelschicht gegen den Sparkurs immer lauter, wie Martin Frommelt, Chefredaktor von Radio L, feststellte. Die Kritiker meinen, nun sei es an der Zeit, dass die Regierung auch an der Einnahmenseite schraubt. Hans-Adam II. warnt jedoch vor einer generellen Steuererhöhung, dies würde ähnlich wie bei den Schulden zu einer Abwärtsspirale führen. Betriebe würden ihre Produktion auslagern, in der Folge gingen Arbeitsplätze verloren, reiche Leute würden ihren Wohnsitz verlegen und die Steuereinnahmen letztlich sinken. Auch wenn der Fürst hinsichtlich der Steuergerechtigkeit noch Verbesserungspotenzial sieht, müsse man dabei auch immer das grosse Ganze sehen: «Man kann nicht an einer Schraube unter einem Vorwand drehen und dabei ausser Acht lassen, welche Auswirkungen das haben könnte.» Um Mehreinnahmen zu generieren, plädiert er vielmehr dafür, dass der Staat Vermögenswerte verkauft – Liechtenstein habe davon weit mehr als nötig. «Es wäre vermutlich besser, diese zu privatisieren und dann dafür Steuern zu kassieren», hält Hans-Adam II. fest.

Mehr dazu lesen Sie im «Volksblatt» vom Montag (4. Januar).

Quelle: (df) Liechtensteiner Volksblatt, Martin Frommelt Radio Liechtenstein

Logiernächte-Einbruch in Liechtenstein

Die Liechtensteiner Hotels haben in der vergangenen Sommersaison einen Einbruch bei den Übernachtungen hinnehmen müssen. Die Zahl der Logiernächte von Mai bis Oktober schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 15700 oder 26 Prozent auf total 45354.

Der Rückgang hänge insbesondere mit der starken Reduktion des Gastbettenangebots der Alpenhotels zusammen, teilte das statistische Amt am Donnerstag mit. In der Sommersaison seien in den Alpenhotels im Schnitt 109 Gastbetten pro Tag verfügbar gewesen. In der Saison des Vorjahres lag das Angebot bei durchschnittlich 285 Betten.

Die meisten Gäste kamen aus Deutschland und der Schweiz nach Liechtenstein. Diese Touristen machten je einen Anteil von 22 Prozent pro Land am gesamten Gästeaufkommen aus. Und sowohl Touristen aus der Schweiz wie aus Deutschland buchten jeweils 9960 Übernachtungen im Fürstentum.

Quelle: (SDA-ATS/lm/ti), Liechtensteiner Vaterland

Start-ups präsentieren sich am LIM vor rund 200 Gästen

Am Liechtensteiner Investitionsmarkt haben am Dienstag, 24. November 2015, sechs Start-ups aus Liechtenstein, der Schweiz und Tschechien ihre Geschäftsideen vor rund 200 Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft präsentiert. An der Tagung sprachen unter anderem Google-Schweiz-Geschäftsführer Patrick Warnking, Standortförderer Remo Daguati und Liechtensteiner Start-up-Förderer.

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Adrian Hilti, Urs Sprenger, Patrick Warnking, Landtagspräsident Albert Frick, Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer, S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Christian Hausmann, Christian Wolf

Zum vierten Mal hat der Verein Liechtensteiner Investitionsmarkt eine Tagung organisiert, um Unternehmen auf Kapitalsuche mit Investoren zusammenzubringen. Eröffnet wurde der LIM von Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer. Höhepunkt der Tagung war der Auftritt von Patrick Warnking, Geschäftsführer von Google Schweiz. Warnking beleuchtete das enorme Zukunftspotenzial von digitalen Geschäftsmodellen und ging dabei auch auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ein. Anschliessend diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung darüber, warum sich Investitionen am Wirtschaftsstandort Schweiz und Liechtenstein nach wie vor lohnen. An der Gesprächsrunde nahmen Standortförderer Remo Daguati (Switzerland Global Enterprise), Unternehmer Urs Sprenger (Neutrik) und Start-up-Coach Christian Wolf (BDO) teil. Schliesslich erklärte der Liechtensteiner Adrian Hilti, wie er die Lernsoftware Busuu mitgründete und erfolgreich Investoren für sein Start-up gewinnen konnte.

Innovative Geschäftsideen

Im Mittelpunkt der Tagung standen die Präsentationen der Start-ups. Sieben Jungunternehmen auf Kapitalsuche konnten ihre Geschäftsidee im Rahmen von Pitches vorstellen. Dazu gehörten auch drei Start-ups aus Pantec Biosolutions, Dropjet und Coobx aus Liechtenstein. Das Ruggeller Unternehmen Pantec Biosolutions beispielsweise entwickelt ein neues Lasergerät für die Medizinaltechik. Das Gerät soll dabei helfen, Medikamente über die Haut zu verabreichen und Hautprobleme zu behandeln.

Zum Abschluss der diesjährigen Tagung stellte Roland Betschart von der Zurich Versicherung den Klimapreis 2015/2016 vor. An diesem Wettbewerb, welcher sich speziell auch an Start-ups richtet, werden jedes Jahr die besten Klimaprojekte in der Schweiz und Liechtenstein gekürt. Beim grosszügigen Networking-Apéro bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausserdem die Gelegenheit, weitere Start-ups an ihren Ständen zu besuchen und Erfahrungen auszutauschen. An der Tagung über 200 Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft teil. Die Veranstaltung steht unter dem Patronat der Liechtensteiner Regierung und wird von zahlreichen Partnern unterstützt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Liechtensteiner Investitionsmarkt.

Quelle: Regierung Liechtenstein

Regierungschef will optimale Rahmenbedingungen

Unter dem Thema «Erfolgsfaktor Innovation» hat Regierungschef Adrian Hasler im Kokon Corporate Campus in Ruggell seine Initiative zu Föderung der Innovation in Liechtenstein vorgestellt.

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Unterhalten sich angeregt: Frank Thelen und Regierungschef Adrian Hasler. (Fotos: Michael Zanghellini/Eddy Risch)

Start-ups brauchen eine gut präparierte Piste

Der rasante technische Fortschritt eröffnet unzählige neue Möglichkeiten für Menschen mit Ideen. Jene, die sich an alte Strukturen klammern, sind dagegen schnell weg vom Fenster. Das ist die Quintessenz der Veranstaltung «Impuls Liechtenstein» im Kokon in Ruggell.

Wer sich in der heutigen Zeit nicht dauernd neu erfindet, der wird gnadenlos abgehängt. Das gilt für alle Wirtschaftszweige. Insbesondere die Banken müssen sich in den nächsten Jahren warm anziehen. Referent Frank Thelen geht davon aus, dass in vier bis sieben Jahren die Bankenwelt völlig anders aussehen wird. Es gebe unzählige kleine Start-ups, die mit smarten Onlinelösungen zum Angriff auf die Grossbanken blasen würden. «Leute mit Hirn können heute ganze Industrien umwerfen», ist Frank Thelen überzeugt.

Optimale Rahmenbedingungen

Regierungschef Adrian Hasler hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit der Veranstaltung in Ruggell einen ersten Impuls gesetzt, um das Thema Innovation breiter zu diskutieren. Im Zentrum seiner Innovationsoffensive steht eine besondere Gesellschaftsform, die sogenannte «Liechtenstein Venture Cooperative» kurz LVC. Diese Rechtsform erntete von den Podiumsteilnehmern grossen Zuspruch, insbesondere Thomas Vogt, Gründer und CEO der Firma Adlos AG in Balzers, outete sich als grosser Fan: «Was ist die LVC – das ist eine Zusammenführung von guten Ideen und klugen Köpfen.» Auch Frank Thelen sieht in dieser Rechtsform grosses Potenzial: «Ich glaube, das ist eine super Sache. Damit wird das Gründen von Firmen einfach und effektiv.» Wenn jemand eine gute Idee habe, dann brauche er eine Autobahn, die Politik dürfe da nicht in Form von administrativen Hürden Steine in den Weg legen. Dem pflichtete auch Oliver Oehri, Founding Partner der CSSP AG in Vaduz, bei: «Als wir unsere Firma gegründet haben, da wollten wir innovativ sein. Wir wollten uns nicht mit administrativen Problemen beschäftigen.» Adrian Hasler betonte, dass die Regierung mit dieser LVC genau hier ansetzen wolle. Die Regierung stelle online verschiedene Formulare bereit, damit Gründer ohne grossen administrativen Aufwand und ohne hohes Startkapital, aber mit einer gewissen Rechtssicherheit, sofort mit der Arbeit beginnen können. Wenn das Start-up dann eine gewisse Flughöhe erreicht habe, dann könne es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Aber am Anfang will der Regierungschef hier die Hürden und Auflagen bewusst möglichst klein halten. Frank Thelen sieht hier für Liechtenstein eine grosse Chance: «Liechtenstein ist ein schönes Land – ein sehr attraktiver Standort mit stabilen Rahmenbedingungen. Ich glaube, dass die Leute wirklich hierher kommen wollen.»

«Leute mit Hirn können heute ganze Industrien umwerfen.»

Frank Thelen
Unternehmer – CEO e42

Nicht studieren – tun

In Liechtenstein sollen aber nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen optimiert werden, sondern junge Menschen werden direkt zum Unternehmertum trainiert und angeleitet. Das macht die Uni mit Lehrgängen mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship (Unternehmertum). «Wir haben an der Uni ein Programm entwickelt, das es erlaubt, nicht nur über das Gründen zu reden, sondern es auch zu tun. Schliesslich kann man Gründen nicht studieren, man kann es nur machen», erklärte Christian Marxt, Inhaber des Lehrstuhls für Technologie und Entrepreneurship. Zwar scheitere die Hälfte der Studenten mit der ersten Idee grandios, aber auch das sei Teil des Lernprozesses.

Scheitern ist eine Option

Diese Lektion hat Frank Thelen in jungen Jahren selbst gelernt. Auch er hat ein zuerst gut funktionierendes Unternehmen in den Sand gesetzt und war dann nach der Jahrtausendwende mit einer Million Mark verschuldet. Er habe mit seinem privaten Vermögen gehaftet und das sei eine sehr bittere Erfahrung für ihn als jungen Mann gewesen. Seine Botschaft an junge Firmengründer: «Geht niemals unter null. Bedenkt aber, Scheitern ist eine Option, Scheitern gehört auch mit dazu.» Mittlerweile hat er diverse neue Start-ups gegründet und für viele Millionen verkauft. Hinter seinem Erfolg steckt jedoch harte Arbeit: «Eines muss man sich bewusst sein, wenn man ein Unternehmen gründet, dann hat das Unternehmen Priorität eins – Familie und Freunde stehen hinten an. Das ist ein hartes Thema, aber das ist so. Ein Halbzeitding wird nicht funktionieren unter 14 Stunden am Tag geht da nichts.» Diese Erfahrung teilt auch Thomas Vogt: «Es ist wirklich kein Teilzeitjob. Es ist vollgas.»

Volksblatt-Beitrag als PDF herunterladen

Quelle: Doris Quaderer, Liechtensteiner Volksblatt

Industriebetriebe hoffen auf Digitalisierung

Schweizer Industrieunternehmen wittern mit der zunehmenden Digitalisierung Morgenluft. Die meisten verbinden das Thema Industrie 4.0 mit wirtschaftlichem Erfolg. Allerdings setzt nur ein kleiner Teil der Firmen die Industrie 4.0 um.
In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung Staufen gaben 36 Prozent der befragten Unternehmen an, sich noch nicht konkret mit Industrie 4.0 beschäftigt zu haben.
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Mensch, Maschine und Internet verändern die Produktion und lassen die Industrie auf neuen Schwung hoffen (Symbolbild). (KEYSTONE/GAETAN BALLY)

36 Prozent sagten aus, das Thema sei in der Beobachtungs- und Analysephase. Nur 4 Prozent setzt Industrie 4.0 bereits um und nur 4 Prozent testet oder plant neue umfassende Systeme. 18 Prozent haben mit Einzelprojekten begonnen.

Zugleich sind 80 Prozent überzeugt, dass sie durch den Umbau zur intelligenten Fabrik wirtschaftlich erfolgreicher werden. Zwei von drei Unternehmen erwarten Verbesserungen für die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie einen Wandel in der Zusammensetzung der Belegschaft. Jedes zweite Unternehmen rechnet in den nächsten fünf Jahren mit neuen Geschäftsmodellen und Produkten.

Bedeutung spät erkannt

Die Unternehmen geben sich zugleich selbstkritisch: 75 Prozent sind der Meinung, die Wirtschaft insgesamt habe die Bedeutung von Industrie 4.0 bisher unterschätzt.

Nicht viel weiter sind die deutschen Unternehmen: Auch in Deutschland setzen nur 4 Prozent der befragten Unternehmen Industrie 4.0 um, fünf Prozent testen oder planen Systeme, immerhin 19 Prozent haben sich bereits konkret mit dem Thema beschäftigt.

Für die Studie wurden im vergangenen Sommer 329 Industrieunternehmen aus Deutschland, der Schweiz und China befragt. Aus der Schweiz stammen 50 Unternehmen, die grösstenteils im Maschinen -und Anlagenbau tätig sind.

Mit der Industrie 4.0 ist die zunehmende Digitalisierung der Industrie gemeint. Virtuelle und physische Welten wachsen zusammen. Diese neuen Technologien werden als Revolution angesehen. Industrie 4.0 ist somit als Fortsetzung zu verstehen nach der Mechanisierung im 18. Jahrhundert, der Elektrifizierung im 20. Jahrhundert und der Automatisierung in den 1970-er Jahren. Der Begriff Industrie 4.0 ist in Deutschland entstanden.

Quelle: (sda), Liechtensteiner Vaterland