Regierungschef Adrian Hasler lanciert Offensive zur Stärkung der Innovationsfähigkeit in Liechtenstein

Regierungschef Adrian Hasler anlässlich der Medienorientierung

Regierungschef Adrian Hasler anlässlich der Medienorientierung

Das Ministerium für Präsidiales und Finanzen, unter der Führung von Regierungschef Adrian Hasler, hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit den Entwicklungspotentialen zur Stärkung der Innovationsfähigkeit in Liechtenstein auseinandergesetzt. Dialoge mit Unternehmern ergaben viele wertvolle Anregungen und Ideen. Unter dem Dach von „Impuls Liechtenstein“ präsentierte Regierungschef Adrian Hasler am 21. September – gut ein Jahr nach Lancierung – nun weitere konkrete Massnahmen.

Ausbau der Innovationsfähigkeit

Die stark veränderten Marktbedingungen und der verschärfte Wettbewerb der Standorte fordern ständige Erneuerung. Für Regierungschef Hasler ist die Innovationsfähigkeit eine Schlüsselkompetenz, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Dabei geht es aus seiner Sicht nicht darum, dass der Staat vorgibt, welchen Branchen die Zukunft gehören soll oder dass zusätzliche staatliche Fördergelder bereitgestellt werden. Der Regierungschef will vielmehr dafür sorgen, dass Innovationen von jungen und etablierten Unternehmen den optimalen Rahmen erhalten. Liechtenstein soll als Raum wahrgenommen werden, an dem innovative Produkte und Dienstleistungen willkommen sind. Aufbauend auf bewährte Standortbedingungen für Unternehmen, wird dazu ein weiteres Bündel von Massnahmen vorgestellt. „Innovative Menschen müssen ermutigt werden, ihre Ideen umzusetzen. Sie sollen in Liechtenstein einen idealen Nährboden vorfinden, um ihre Ideen zu realisieren und zum Markterfolg zu bringen. Denn ich möchte, dass auch die nächste Generation ausreichende und gut bezahlte Arbeitsfelder vorfinden“, betonte Regierungschef Adrian Hasler.

Die im Oktober 2014 gestarteten Impulse der „Innovations-Clubs“ und „Business-Dinners“ sind erfolgreich angelaufen und haben gezeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Regierungschef Hasler lancierte am 21. September deshalb vier weitere wichtige Impulse zur Stärkung der Innovationsfähigkeit in Liechtenstein:

1. Einführung von „Liechtenstein Venture Cooperative“ (LVC)

Damit gute Ideen auf einen optimalen Nährboden fallen, führt Liechtenstein die „Liechtenstein Venture Cooperative“ ein: Damit erhält die Zusammenarbeit kreativer Köpfe im Entwicklungsprozess einer Produktidee oder Dienstleistung bis hin zur Marktreife einen rechtlichen Rahmen. „Liechtenstein Venture Cooperative“ ist eine Weiterentwicklung der sogenannten „kleinen Genossenschaft“: Schlank, einfach und rechtssicher. Das Modell der „Liechtenstein Venture Cooperative“ ist an und für sich schon eine eigene Innovation. LVC-Gründer können ihr interdisziplinäres Entwicklungsteam am potentiellen Markterfolg beteiligen und deren Arbeitsleistung wird als Investition eingebracht.

2. Gründung eines Unternehmens als Teil eines Studiengangs

Für die Entwicklung einer Idee bis zum marktfähigen Unternehmen braucht es entsprechendes Know-How und ein gesundes Mass an Risikobereitschaft. Vor allem Berufstätige scheuen sich davor, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, da ein Scheitern in unserem Kulturkreis häufig als Versagen angesehen wird. Der Regierungschef regt deswegen einen Studiengang an, in dem auch Berufstätige ihre Geschäftsideen praxisnah testen und umsetzen können. Dies als Ergänzung zu dem neuen Studiengang, den die Universität Liechtenstein in diesem Semester gestartet hat. Damit kann das positive Umfeld für Gründer, das heute schon an der Universität herrscht, weiter verstärkt und gleichzeitig die Hemmung vor dem Schritt in die Selbstständigkeit abgebaut werden.

3. Aufenthalt für Unternehmensgründerinnen und -gründer

Liechtenstein ist als Standort für nicht-liechtensteinische Start-ups interessant. Regierungschef Hasler setzt sich dafür ein, dass Gründerinnen und Gründer im Rahmen der bestehenden Regelungen zu Aufenthaltsbewilligungen in Liechtenstein kommen und ihr Unternehmen hier aufbauen können. Dadurch erhält Liechtenstein regelmässig Chancen auf neue Unternehmen, die sich im Markt durchsetzen und damit Arbeitsplätze schaffen und Steuereinnahmen generieren. Dazu schlägt der Regierungschef vor, dass Weiterbildungsstudenten eine Aufenthaltsbewilligung zu Studien- und eine beschränkte Arbeitsbewilligung erhalten sollen und ein Award für Jungunternehmen in der Form von Aufenthaltsbewilligungen vergeben wird.

4. Kompetenzteam für Innovation und Regulation

Innovative Geschäftsmodelle in der Finanzbranche passen selten in die klassischen Regulationskategorien. Durch zu starre Ausgestaltung der Regulierungen verunmöglicht bzw. erschwert man neue Geschäftsmodelle. Um hier die Chancen für den Finanzplatz ebenfalls zu nutzen, soll innerhalb der Finanzmarktaufsicht (FMA) ein Team speziell für innovative Geschäftsmodelle eingesetzt werden. Das Team fungiert als Ansprechpartner und Koordinationsstelle für Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen.

Derzeit wird geprüft, ob ein sogenanntes „Regulierungslabor“ für innovative Geschäftsmodelle umsetzbar ist. Darin sollen solche Unternehmen eine schnelle und möglichst hindernisfreie Bewilligung erhalten können, und gleichzeitig vom „Kompetenzteam Innovation“ eng und mit weitergehenden Kompetenzen beaufsichtigt werden. Damit erhalten auch innovative Unternehmen die Chance in Liechtenstein aktiv zu werden, ohne dass damit Qualitätseinbussen der Aufsicht eintreten.

„Mit diesen vier zielgerichteten Massnahmen setzen wir ein Zeichen, das Menschen ermutigt, ihre Ideen in Liechtenstein umzusetzen. Die Barrieren für Startups sollen dabei so gering wie möglich gehalten werden. Das Land Liechtenstein soll als attraktiver Platz für innovative Gründungsvorhaben im Inland und im Ausland wahrgenommen werden“, so Regierungschef Hasler.

NeoVac baut für neues Wachstum

Image_1-2

Stark gewachsen: Das neue Schulungs- und Bürogebäude erweitert den NeoVac-Hauptsitz in Oberriet.

Aufbruchstimmung Den diesjährigen Mitarbeiteranlass feiert die NeoVac-Gruppe heute, Samstag, mit einem neuen Schulungs- und Bürogebäude. Der Spezialist in der Gebäude- und Umwelttechnik schafft damit am Hauptsitz die Voraussetzung für weiteres Wachstum.

Die NeoVac-Gruppe ist im Bereich Tanksicherheit gross geworden. Das in Oberriet heimische Unternehmen hat sich seit seiner Gründung 1971 beim Bau und Unterhalt von Tanklagen für Flüssigkeiten wie Heizöl, Diesel oder Benzin zum unbestrittenen Marktführer hochgearbeitet. Allerdings musste sich das Familienunternehmen zuletzt zumindest ein Stück weit neu erfinden. Der Markt fragt nach neuen Leistungen, denn beim Bau von neuen Gebäuden wird zunehmend auf alternative Energiequellen gesetzt. Zudem ist der Sanierungsgrad von Öltankanlagen weit fortgeschritten. «Deshalb wird der Konsolidierungsdruck grösser. Die Branche muss neue Leistungen anbieten», sagt NeoVac-Chef und Verwaltungsratspräsident Patrik Lanter. Vor drei Jahren konnte NeoVac seine Marktposition im Traditionsgeschäft weiter stärken, indem es die bis dahin konkurrierende Zürcher Firma Talimex übernahm. Die Talimex sei bis heute praktisch vollständig in die NeoVac AG integriert worden, sagt Lanter. «Dadurch konnten wir die Effizienz steigern. Zudem können wir unsere Kernkompetenzen im Bereich der Wassertechnik erfolgreich positio nieren.»

«Dieses Jahr dürfte das erfolgreichste unserer Geschichte werden» Patrik Lanter, CEO und Verwaltungsratspräsident der NeoVac-Gruppe

«Dieses Jahr dürfte das erfolgreichste unserer Geschichte werden» Patrik Lanter, CEO und Verwaltungsratspräsident der NeoVac-Gruppe

Von hoher Bautätigkeit profitiert

Viel Freude bereitet Lanter die grösste Tochtergesellschaft der Gruppe, die NeoVac ATA AG, die im Bereich der Wärme- und Wasserverbrauchserfassung tätig ist und die erwähnten neuen Leistungen erbringt. Die Firma profitiert dabei vom Einsatz von Messtechnik für die individuelle Kostenabrechnung in Neubauten. «Die ausgezeichnete Wohnbaukonjunktur der letzten Jahre beeinflusste unser Geschäft positiv. Darüber hinaus ist es uns gelungen, durch noch intensivere Marktbearbeitung und innovative Produkte unseren Marktanteil zu steigern», sagt Lanter. Die NeoVac ATA AG ist mittlerweile Marktleaderin in der Schweiz und Liechtenstein und mit einem Anteil von rund zwei Dritteln die grösste Tochtergesellschaft der NeoVac-Gruppe. Und sie soll weiter wachsen. Im Bereich der Messtechnik setzt NeoVac die Weiterentwicklung der automatisierten Datenverarbeitung und innovativer Kommunikationslösungen zuoberst auf die Prioritätenliste. Das Unternehmen sieht grosses Potenzial in der Fernablesung seiner Messgeräte und will den Online-Zugriff der Kunden fördern. Damit folgt NeoVac dem Trend hin zu mehr Digitalisierung, wird aber auch dem gesteigerten Bewusstsein für Nachhaltigkeit gerecht. «Durch strukturierte Auswertungen der Verbrauchsdaten ermöglichen wir nicht nur eine verursachergerechte Abrechnung, sondern liefern auch Grundlagen für eine effizientere Energienutzung», sagt Lanter. Mit dem Benchmarking bietet NeoVac einen Indikator über die Energieeffizienz der gemessenen Gebäude und mit Smart Metering eine Lösung für Wohnungsnutzer für den bewussten Umgang mit Wärme und Wassser.

Ein Rekordjahr im Blick

Auch um die neuen Lösungen dem Publikum erlebbar zu machen, hat NeoVac am Hauptsitz in Oberriet kräftig investiert. Im neuen Gebäude, das eine Fläche von 2600 Quadratmetern bietet und heute, Samstag, feierlich eingeweiht wird, ist auch eine grosszügige Ausstellung für die interessierte Kundschaft beherbergt. Der Bau bietet aber auch neue Arbeitsplätze für die Mitarbeiter. «Um unsere ehrgeizigen Ziele zu realisieren, wollen wir die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und diesen modernste Arbeitsplätze bieten», sagt der NeoVac-Chef. So gebe es eine grosszügige Cafeteria und auch einen Ruheraum für Powernaps.

Die Belegschaft von NeoVac hat sich in den vergangenen 15 Jahren auf 400 Personen verdoppelt. Um die 80 Millionen Franken setzt das Unternehmen mittlerweile um. Und die Aussichten stehen gut: «Dieses Jahr dürfte das erfolgreichste unserer Geschichte werden», sagt Lanter. Und die Powernap-Gestärkten und bestens ausgerüsteten Mitarbeiter sollen in den kommenden Jahren für neue Höhenflüge sorgen.

Quelle: Stefan Lenherr Wirtschaftregional

Vorschau auf die LIHGA 2016

Die Verantwortlichen der LIHGA präsentierten die Neuerungen im 2016.

Die Verantwortlichen der LIHGA präsentierten die Neuerungen im 2016.

Das Geheimnis ist gelüftet: Die LIHGA 2016 steht unter dem Motto «s’Bescht vo do». Die LIHGA Messeleitung will damit nicht nur die besten Partner aus der Region präsentieren, sondern auch das beste Unterhaltungsprogramm, die besten Gastro-Produkte und natürlich das beste Publikum an die Messe holen.
Genau ein Jahr dauert es noch, bis die Liechtensteiner Industrie-, Handels- und Gewerbeausstellung, kurz LIHGA,  zum mittlerweile 31. Mal stattfindet. Am 02. September 2016 werden wieder zahlreiche heimische und internationale Unternehmen nach Schaan ziehen und an der grössten Messe Liechtensteins ihre Stände aufbauen. Bis zum 10. September bietet die LIHGA den Betrieben eine Plattform, um sich vorzustellen und Produkte zu präsentieren und schafft gleichzeitig einen gesellschaftlichen Begegnungspunkt für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher.

Mehr in den Print- und ePaper-Ausgaben der Liechtensteiner Zeitungen von Donnerstag.

Quelle: Liechtensteiner Vaterland, Foto: Daniel Schwendener

Lösungen für eine starke Wirtschaft

Loesung_fuer_eine_starke_Wirtschaft

Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer und Christian Hausmann, Leiter des Amtes für Volkswirtschaft, präsentierten Massnahmen, welche die Wirtschaft entlasten sollen. Bild: Daniel Ospelt

Die Börsen auf Talfahrt, der Franken stark wie nie und die Masseneinwanderungsinitiative: Liechtensteins Unternehmen sind derzeit nicht zu beneiden. Um die Wirtschaft zu entlasten und den Standort Liechtenstein zu stärken, präsentierte Thomas Zwiefelhofer gestern neue Lösungen.

Vaterland-Beitrag als PDF herunterladen

Seit Monaten herrscht Untergangsstimmung in den Wirtschaftsteilen der Schweizer Zeitungen: Der starke Franken ist nicht erst seit dem SNB-Entscheid ein Dauerbrenner, die Masseneinwanderungsinitiative lässt Wirtschaftsvertreter den Teufel an die Wand malen und jetzt tauchen dank Chinas Währungspolitik auch noch die Börsen. In Liechtenstein sieht es auch nicht anders aus: Eurolöhne, sinkende Margen und Einkaufstourismus, um nur einige Schlagworte zu nennen, setzen der heimischen Wirtschaft zu. Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer präsentierte gestern Massnahmen, um den Wirtschaftsstandort Liechtenstein weiter zu stärken. Durch den Abbau von Regulierungen, Investitionen in Forschungsprojekte und die Verschiebung von Abgabenerhöhungen will man der heimischen Wirtschaft in den schwierigen Zeiten entgegenkommen.

Analysen zeigen Potenzial

Wie Thomas Zwiefelhofer an der gestrigen Pressekonferenz ausführte, bauen die Massnahmen auf ausführlichen internen und externen Analysen auf. Flankiert von den Ideen der Regierung ist ein ganzes Massnahmenbündel entstanden, um die Folgen der Frankenschwäche abzudämpfen. So hat man mit einer Leistungsanalyse in der Landesverwaltung nach Verbesserungspotenzial gesucht. Und gefunden, wie Zwiefelhofer bestätigt: «Wir haben ministerienübergreifend mehrere Projekte angestossen, die den Verkehr mit den Behörden massiv reduzieren und erleichtern sollen.» So müsse dank der Harmonisierung verschiedener Formulare mit gleichem Inhalt nicht mehr mehrfach ausgefüllt werden. «Ausserdem können bereits viele Verwaltungsgeschäfte online ausgefüllt werden, doch auch hier wollen wir noch weitergehen», so Zwiefelhofer. Diese Prozessoptimierungen und Effizienzsteigerungen sollen Einsparungen in der Landesverwaltung ergeben.

Massnahmen fruchten bereits

2014 gab die Regierung der Wirtschaftskammer Liechtenstein den Auftrag, eine Bürokratieumfrage durchzuführen. Durch die Umfrage seien verschiedene Vorschläge an die Regierung getragen worden. Einige sind bereits umgesetzt, andere kurz davor. «Bereits im März haben wir das Budget für Innovations- und Exportschecks für das laufende Jahr auf 300 000 Franken verdoppelt», so Zwiefelhofer. Davon würden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitieren. Zwiefelhofer: «Die Massnahme ist ein voller Erfolg. Die Schecks sind praktisch alle vergriffen, die Unternehmer begeistert. Es freut mich, dass unsere Initiative auf derart fruchtbaren Boden gefallen ist.»

Nachfolgeregelungen erleichtern

Noch im Herbst wird der Landtag über die Revision des Bauwesenberufegesetzes entscheiden. Die Revision würde gewissen Berufsgruppen einen vereinfachten Zugang zum Arbeitsmarkt er möglichen. «Diese Massnahme soll insbesondere Nachfolgeregelungen im Gewerbe und den Einsatz von Fachkräften erleichtern», so Zwiefelhofer.

Während die Revision erst in den Landtag muss, ist eine andere Massnahme bereits eingeführt worden. Die obligatorischen Liftkontrollen in Geschäftsgebäuden werden aufgehoben. «Das mag vielleicht kleinlich klingen, die Unternehmen in Liechtenstein sparen dabei aber jährlich etwa fünf Millionen Franken», rechnet Zwiefelhofer vor. «Ausserdem geht in Liechtenstein keine Wertschöpfung verloren, da diese fünf Millionen immer über den Rhein flossen.»

Keine voreiligen Schlüsse

Kein Thema beim Massnahmenbündel sind die Eurolöhne. Zwiefelhofer: «Natürlich will auch die Regierung keine Eurolöhne. Es ist nicht in Ordnung, wenn das Währungsrisiko an den Arbeitnehmer übertragen wird.» Trotzdem wolle man nicht wegen fünf Firmen, welche Eurolöhne einführten, gleich ein ganzes Gesetz ändern. Man werde aber die Situation weiter genau im Auge behalten.

Von anderen zusätzliche Regulierungen, wie sie in letzter Zeit von linken Kreisen gefordert werden (Frauenquote, Mindestlohn), hält der Wirtschaftsminister ebenso wenig. Es gelte, die Wirtschaft in solch schwierigen Zeiten so zu entlasten, dass sie weiter konkurrenzfähig bleiben könne. Wenn eine Firma wegen Überregulierung schliessen müsse, sei auch den Arbeitnehmenden nicht geholfen. «Wir wollen in Liechtenstein Rahmenbedingungen schaffen, in welchen Unternehmen wachsen können. Der Einfluss der Regierung und des Landes Liechtensteins auf den Euro-Kurs ist praktisch bei null.» Deshalb gelte es nun, die Firmen zu entlasten und so etwas beizutragen, so der Wirtschaftsminister.

Der Blick in die Kristallkugel

Für die Entwicklung der heimischen Wirtschaft ist ein «fairer» Euro-Kurs von zentraler Bedeutung. «Die Schweizer Nationalbank sieht diesen ‹fairen› Wechselkurs aktuell bei 1.25 Franken. Wir sind aber bei 1.08 Franken», erklärte Christian Hausmann, Leiter des Amtes für Volkswirtschaft. Er wagte aber eine vorsichtige Prognose: «Wir erwarten, dass die US-Notenbank Fed Ende des Jahres die Zinsen erhöhen wird. Das macht den Dollar wieder attraktiver und nimmt Druck vom Schweizer Franken.» Ausserdem beweise die Europäische Union gerade im Umgang mit Griechenland, dass man den Euro unbedingt halten wolle. Das werde wieder vermehrt Vertrauen in die Währung geben.

Hausmanns Resümee: «Wir erwarten, dass sich der Euro-Wechselkurs wieder bei 1.15 Franken befindet.» Zusammen mit dem Massnahmenpaket der Regierung sind das doch einmal erfreulichere Zukunftsaussichten als auch schon.

Quelle: Stephan Agnolazza, Liechtensteiner Vaterland