Traditionsbetrieb gibt schweren Herzens Geschäftsaufgabe bekannt

Im Juli 2015 gab die Metzgerei Kaufmann in Eschen bekannt, die Türen aus wirtschaftlichen Gründen schliessen zu müssen. Dieses Mal kommt die Hiobsbotschaft aus der südlichsten Gemeinde, nun muss auch die Metzgerei Brunhart aus wirtschaftlichen Beweggründen die Schliessung verkünden.

Ihnen wird nachgesagt, seit Jahrzehnten die besten Würste Liechtensteins herzustellen: Die Metzgerei Brunhart AG hat daher landauf, landab Bekanntheit erlangt. Doch künftig wird damit Schluss sein, denn die Metzgerei in Balzers verkündete jüngst ihre Geschäftsaufgabe.

Der Gemeinde geht damit eine wichtige Anlaufstelle für Fleischwaren und andere Lebensmittel verloren, vor allem aber findet mit der Ladenschliessung ein Traditionsbetrieb sein Ende. Alteingesessene Balzner können sich mit Bestimmtheit noch an ihre Kindertage zurückerinnern, an denen der Höhepunkt des Einkaufs mit der Mutter das geschenkte Wienerli beim Metzger war.

784094_1_160211-Metzgerei-Brunhart

Am Samstag, 27. Februar, wird die Metzgerei Brunhart zum letzen Mal ihre Türen offen haben. Bild: Jürgen Posch

Schweren Entscheid getroffen

«Wir sehen uns vorwiegend aus wirtschaftlichen, aber auch aus gesundheitlichen Gründen gezwungen, die Ladentüren der Metzgerei per Ende Februar dieses Jahres zu schliessen», bestätigt die Familie Brunhart auf Anfrage. Leicht sei ihnen die Entscheidung allerdings nicht gefallen, obwohl sie relativ kurzfristig getroffen wurde. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Auskunft darüber geben, was mit der Ladenlokalität geschehen wird. Abklärungen diesbezüglich sind noch im Gange», sagte die Familie weiter.

Metzgerei wird Balzers fehlen

«Es ist extrem schade, wenn einer der wenigen traditionsrei- chen Kleinbetriebe, welche wir in Balzers noch haben, seine Türen schliesst. Dadurch fallen unter anderem Einkaufsmöglichkeiten für die Einwohner der Gemeinde weg», bedauert Gemeindevorsteher Hansjörg Büchel. Neben dem Verkauf betrieb die Metzgerei Brunhart auch einen Party-Service, der sich grosser Beliebtheit erfreute und künftig nicht mehr verfügbar sein wird. Ein anderer Grund, weshalb Büchel keine Freude an der Geschäftsaufgabe hat, sei derjenige, dass so auf die «feinen Würste» verzichtet werden müsse.

Das Wegsterben traditioneller Kleinbetriebe ist laut dem Gemeindevorsteher nur dadurch zu verhindern, indem die Einwohner diese Geschäfte zu schätzen wissen und dort auch ihren Einkauf tätigen. «In solchen kleinen Läden kann oftmals alles erworben werden, was für den täglichen Gebrauch benötigt wird. Deshalb erledige ich meinen Einkauf immer in solchen Balzner Betrieben und bin sehr zufrieden mit ihnen», sagt Büchel weiter.

Klar ist, dass das Gebäude der Metzgerei von Bestand bleiben wird. Die grosse Frage, welche sich nun der Gemeinde Balzers stellt, ist, ob eventuell ein neuer Metzgerbetrieb die Lokalität übernehmen würde. «Ich hoffe sehr, dass sich dort ein neues Geschäft entwickeln kann», sagt der Vorsteher abschliessend.

Historisch bedeutend

Als eine der ersten Metzgereien eröffnete Christian Brunhart im Jahr 1937 neben dem Gasthaus Engel, welches ebenfalls im Besitz der Familie Brunhart ist, seine Metzgerei. Später verlegte der Gastronome und Metzger aus Balzers die Metzgerei in einen Neubau auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Die alte Lokalität wurde abgerissen und heute befinden sich dort die Parkplätze für den Gastronomiebetrieb.

Seit der Gründung der Metzgerei nahm Brunhart die Schweine der Bauern in seinen Betrieb, um sie dort für die Einwohner Balzers zu Fleischwaren zu verarbeiten. Aus historischer Sicht war dieser Vorgang von grosser Bedeutung, da somit die Hausmetzgete und die Verarbeitung in den Privathäusern ein Ende fand.

Quelle: Julia Kaufmann, Liechtensteiner Vaterland

LLB und Wirtschaftskammer kooperieren

Vertreter der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) und der Wirtschaftskammer Liechtenstein haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und die wichtigsten Punkte der künftigen Zusammenarbeit am Mittwochabend vorgestellt. Mit der Kooperation wird die LLB zum Premium Partner der Wirtschaftskammer Liechtenstein und bietet in dieser Partnerschaft weitere Unterstützungen für die gewerbliche Wirtschaft in Liechtenstein, wie die Wirtschaftskammer mitteilte.

20160113-wirtschaftskammer2

Wirt­schaftskammer-Präsident Arnold Matt stellte die neue Koopera­tion vor. (Archivfoto: Michael Zanghellini)

„Wir freuen uns, dass wir mit der Liechtensteinischen Landesbank als führendem Liechtensteiner Geldinstitut eine Partnerschaft eingehen können“, betonte der Präsident der Wirtschaftskammer, Arnold Matt, an der Medienorientierung.

Von der Partnerschaft profitiere letztlich das lokale Gewerbe, das mit der Wirtschaftskammer Liechtenstein eine starke Interessenvertretung gegenüber politischen Institutionen, Behörden, Verbänden, Vereinigungen und der Öffentlichkeit hat.

Im Mittelpunkt des vor kurzem unterzeichneten Kooperationsvertrages steht denn auch die Unterstützung und Förderung von Eigentümern, Nachfolgern, Geschäftsleitern, Kadermitarbeitern und ergebnisverantwortlichen Personen der gewerblichen Wirtschaft in Liechtenstein.

Die Wirtschaftskammer wird zusammen mit der LLB bis Mitte 2016 weitere Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Im Vordergrund stehen dabei Dienstleistungen und Produkte, welchen speziell dem heimischen Gewerbe dienen, wie es weiter heisst.

Quelle: (pd/red), Liechtensteiner Volksblatt

Frankenstärke spornt zu Produktivität an

Der starke Franken stellt exportorientierte Schweizer Unternehmen zwar vor grosse Probleme. Dennoch sieht Daniel Küng, Chef der Aussenwirtschaftsförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise, auch Vorteile.

Kurzfristig betrachtet sei die Aufwertung des Frankens nicht gut für die Schweizer Wirtschaft, sagt Küng im Interview mit der „NZZ am Sonntag“. „Längerfristig hat aber eine graduelle, kontinuierliche Aufwertung durchaus auch volkswirtschaftliche Vorteile: Sie bringt die Unternehmen dazu, stets die Produktivität zu erhöhen.“

719609_1_20160110103036123

„Längerfristig hat aber eine graduelle, kontinuierliche Aufwertung durchaus auch volkswirtschaftliche Vorteile: Sie bringt die Unternehmen dazu, stets die Produktivität zu erhöhen.“: Daniel Küng, Chef der Exportförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise. (KEYSTONE/PHOTOPRESS/OBS/SKO/RENATE WERNLI, ZÜRICH)

Es sei bewundernswert, was die Schweizer Unternehmen in jüngster Zeit geleistet hätten, um konkurrenzfähig zu blieben. Mit den bisherigen Massnahmen zur Abfederung der Frankenstärke haben die Firmen laut Küng viel erreicht. „Sie sind aber noch nicht über den Berg.“

Zudem sieht Küng auch Gefahren bei der Anpassung an die neue Situation. Viele Unternehmen hätten alles daran gesetzt, ihre Marktanteile zu halten und dies über Einbussen bei der Gewinnmarge finanziert. In einer Umfrage von Switzerland Global Enterprise gaben knapp drei Viertel der exportorientierten kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Margenrückgang an, ein Drittel davon einen starken Einbruch der Margen.

„Es ist sicher sinnvoll, die Marktanteile zu verteidigen. Aber die tieferen Margen führen auch dazu, dass die Investitionen in Innovation, in die Erneuerung der Produktionsmittel geringer ausfallen werden“, sagt Küng. Das beeinträchtige mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit.

Viele Betriebe wollen sich laut Küng nun verstärkt internationalisieren. Auch Switzerland Global Enterprise rät auslandorientierten Firmen, die Absatzmärkte zu diversifizieren und sich nicht zu einseitig nur auf Europa zu konzentrieren. Chancen sieht der Exportförderer in Ländern mit starkem Wachstum der Mittelschicht, etwa in Asien, Lateinamerika und teilweise in den Golfstaaten.

Quelle: (sda), Liechtensteiner Vaterland

4003 Firmenkonkurse von Januar bis November

Die holprige Wirtschaft hinterlässt Spuren in der Schweizer Unternehmenslandschaft. Alleine im November sind 429 Firmen pleite gegangen. Das sind 8 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat.

Damit sind seit Anfang Januar insgesamt 4003 Unternehmen konkurs gegangen, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Dies entspricht einem Anstieg der Firmenpleiten um 7 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Besonders stark war der Anstieg in der Nordwestschweiz (+21 Prozent) und in der Zentralschweiz (+17 Prozent). Von allen Grossregionen nahm nur im Tessin die Zahl der Firmenpleiten ab (-5 Prozent).

Das grösste Pleiterisiko gab es im Baugewerbe, im Gastgewerbe und bei den Handwerksbetrieben. In diesen Branchen kommen Konkurse zweimal häufiger vor als im schweizerischen Durchschnitt. Das geringste Pleiterisiko haben Immobilienmakler und -verwaltungen.

Umgekehrt wurden auch weniger Firmen gegründet. Die Zahl der neu im Handelsregister eingetragenen Unternehmen ging in den ersten elf Monaten des Jahres um 2 Prozent auf 36’558 zurück.

Während die Neueintragungen in der Ostschweiz und in der Südwestschweiz leicht anstiegen (je +1 Prozent), sanken sie in allen anderen Regionen. Am stärksten war der Rückgang im Tessin (-12 Prozent) und in der Zentralschweiz (-7 Prozent).

Quelle: SDA Südostschweiz

Start-ups präsentieren sich am LIM vor rund 200 Gästen

Am Liechtensteiner Investitionsmarkt haben am Dienstag, 24. November 2015, sechs Start-ups aus Liechtenstein, der Schweiz und Tschechien ihre Geschäftsideen vor rund 200 Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft präsentiert. An der Tagung sprachen unter anderem Google-Schweiz-Geschäftsführer Patrick Warnking, Standortförderer Remo Daguati und Liechtensteiner Start-up-Förderer.

Investitionsmarketing SAL Schaan

Adrian Hilti, Urs Sprenger, Patrick Warnking, Landtagspräsident Albert Frick, Regierungschef-Stellvertreter Thomas Zwiefelhofer, S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Christian Hausmann, Christian Wolf

Zum vierten Mal hat der Verein Liechtensteiner Investitionsmarkt eine Tagung organisiert, um Unternehmen auf Kapitalsuche mit Investoren zusammenzubringen. Eröffnet wurde der LIM von Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer. Höhepunkt der Tagung war der Auftritt von Patrick Warnking, Geschäftsführer von Google Schweiz. Warnking beleuchtete das enorme Zukunftspotenzial von digitalen Geschäftsmodellen und ging dabei auch auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ein. Anschliessend diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung darüber, warum sich Investitionen am Wirtschaftsstandort Schweiz und Liechtenstein nach wie vor lohnen. An der Gesprächsrunde nahmen Standortförderer Remo Daguati (Switzerland Global Enterprise), Unternehmer Urs Sprenger (Neutrik) und Start-up-Coach Christian Wolf (BDO) teil. Schliesslich erklärte der Liechtensteiner Adrian Hilti, wie er die Lernsoftware Busuu mitgründete und erfolgreich Investoren für sein Start-up gewinnen konnte.

Innovative Geschäftsideen

Im Mittelpunkt der Tagung standen die Präsentationen der Start-ups. Sieben Jungunternehmen auf Kapitalsuche konnten ihre Geschäftsidee im Rahmen von Pitches vorstellen. Dazu gehörten auch drei Start-ups aus Pantec Biosolutions, Dropjet und Coobx aus Liechtenstein. Das Ruggeller Unternehmen Pantec Biosolutions beispielsweise entwickelt ein neues Lasergerät für die Medizinaltechik. Das Gerät soll dabei helfen, Medikamente über die Haut zu verabreichen und Hautprobleme zu behandeln.

Zum Abschluss der diesjährigen Tagung stellte Roland Betschart von der Zurich Versicherung den Klimapreis 2015/2016 vor. An diesem Wettbewerb, welcher sich speziell auch an Start-ups richtet, werden jedes Jahr die besten Klimaprojekte in der Schweiz und Liechtenstein gekürt. Beim grosszügigen Networking-Apéro bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausserdem die Gelegenheit, weitere Start-ups an ihren Ständen zu besuchen und Erfahrungen auszutauschen. An der Tagung über 200 Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft teil. Die Veranstaltung steht unter dem Patronat der Liechtensteiner Regierung und wird von zahlreichen Partnern unterstützt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Liechtensteiner Investitionsmarkt.

Quelle: Regierung Liechtenstein

Regierungschef will optimale Rahmenbedingungen

Unter dem Thema «Erfolgsfaktor Innovation» hat Regierungschef Adrian Hasler im Kokon Corporate Campus in Ruggell seine Initiative zu Föderung der Innovation in Liechtenstein vorgestellt.

adrian-hasler_frank-thelen

Unterhalten sich angeregt: Frank Thelen und Regierungschef Adrian Hasler. (Fotos: Michael Zanghellini/Eddy Risch)

Start-ups brauchen eine gut präparierte Piste

Der rasante technische Fortschritt eröffnet unzählige neue Möglichkeiten für Menschen mit Ideen. Jene, die sich an alte Strukturen klammern, sind dagegen schnell weg vom Fenster. Das ist die Quintessenz der Veranstaltung «Impuls Liechtenstein» im Kokon in Ruggell.

Wer sich in der heutigen Zeit nicht dauernd neu erfindet, der wird gnadenlos abgehängt. Das gilt für alle Wirtschaftszweige. Insbesondere die Banken müssen sich in den nächsten Jahren warm anziehen. Referent Frank Thelen geht davon aus, dass in vier bis sieben Jahren die Bankenwelt völlig anders aussehen wird. Es gebe unzählige kleine Start-ups, die mit smarten Onlinelösungen zum Angriff auf die Grossbanken blasen würden. «Leute mit Hirn können heute ganze Industrien umwerfen», ist Frank Thelen überzeugt.

Optimale Rahmenbedingungen

Regierungschef Adrian Hasler hat die Zeichen der Zeit erkannt und mit der Veranstaltung in Ruggell einen ersten Impuls gesetzt, um das Thema Innovation breiter zu diskutieren. Im Zentrum seiner Innovationsoffensive steht eine besondere Gesellschaftsform, die sogenannte «Liechtenstein Venture Cooperative» kurz LVC. Diese Rechtsform erntete von den Podiumsteilnehmern grossen Zuspruch, insbesondere Thomas Vogt, Gründer und CEO der Firma Adlos AG in Balzers, outete sich als grosser Fan: «Was ist die LVC – das ist eine Zusammenführung von guten Ideen und klugen Köpfen.» Auch Frank Thelen sieht in dieser Rechtsform grosses Potenzial: «Ich glaube, das ist eine super Sache. Damit wird das Gründen von Firmen einfach und effektiv.» Wenn jemand eine gute Idee habe, dann brauche er eine Autobahn, die Politik dürfe da nicht in Form von administrativen Hürden Steine in den Weg legen. Dem pflichtete auch Oliver Oehri, Founding Partner der CSSP AG in Vaduz, bei: «Als wir unsere Firma gegründet haben, da wollten wir innovativ sein. Wir wollten uns nicht mit administrativen Problemen beschäftigen.» Adrian Hasler betonte, dass die Regierung mit dieser LVC genau hier ansetzen wolle. Die Regierung stelle online verschiedene Formulare bereit, damit Gründer ohne grossen administrativen Aufwand und ohne hohes Startkapital, aber mit einer gewissen Rechtssicherheit, sofort mit der Arbeit beginnen können. Wenn das Start-up dann eine gewisse Flughöhe erreicht habe, dann könne es in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Aber am Anfang will der Regierungschef hier die Hürden und Auflagen bewusst möglichst klein halten. Frank Thelen sieht hier für Liechtenstein eine grosse Chance: «Liechtenstein ist ein schönes Land – ein sehr attraktiver Standort mit stabilen Rahmenbedingungen. Ich glaube, dass die Leute wirklich hierher kommen wollen.»

«Leute mit Hirn können heute ganze Industrien umwerfen.»

Frank Thelen
Unternehmer – CEO e42

Nicht studieren – tun

In Liechtenstein sollen aber nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen optimiert werden, sondern junge Menschen werden direkt zum Unternehmertum trainiert und angeleitet. Das macht die Uni mit Lehrgängen mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship (Unternehmertum). «Wir haben an der Uni ein Programm entwickelt, das es erlaubt, nicht nur über das Gründen zu reden, sondern es auch zu tun. Schliesslich kann man Gründen nicht studieren, man kann es nur machen», erklärte Christian Marxt, Inhaber des Lehrstuhls für Technologie und Entrepreneurship. Zwar scheitere die Hälfte der Studenten mit der ersten Idee grandios, aber auch das sei Teil des Lernprozesses.

Scheitern ist eine Option

Diese Lektion hat Frank Thelen in jungen Jahren selbst gelernt. Auch er hat ein zuerst gut funktionierendes Unternehmen in den Sand gesetzt und war dann nach der Jahrtausendwende mit einer Million Mark verschuldet. Er habe mit seinem privaten Vermögen gehaftet und das sei eine sehr bittere Erfahrung für ihn als jungen Mann gewesen. Seine Botschaft an junge Firmengründer: «Geht niemals unter null. Bedenkt aber, Scheitern ist eine Option, Scheitern gehört auch mit dazu.» Mittlerweile hat er diverse neue Start-ups gegründet und für viele Millionen verkauft. Hinter seinem Erfolg steckt jedoch harte Arbeit: «Eines muss man sich bewusst sein, wenn man ein Unternehmen gründet, dann hat das Unternehmen Priorität eins – Familie und Freunde stehen hinten an. Das ist ein hartes Thema, aber das ist so. Ein Halbzeitding wird nicht funktionieren unter 14 Stunden am Tag geht da nichts.» Diese Erfahrung teilt auch Thomas Vogt: «Es ist wirklich kein Teilzeitjob. Es ist vollgas.»

Volksblatt-Beitrag als PDF herunterladen

Quelle: Doris Quaderer, Liechtensteiner Volksblatt

Industriebetriebe hoffen auf Digitalisierung

Schweizer Industrieunternehmen wittern mit der zunehmenden Digitalisierung Morgenluft. Die meisten verbinden das Thema Industrie 4.0 mit wirtschaftlichem Erfolg. Allerdings setzt nur ein kleiner Teil der Firmen die Industrie 4.0 um.
In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung Staufen gaben 36 Prozent der befragten Unternehmen an, sich noch nicht konkret mit Industrie 4.0 beschäftigt zu haben.
635481_m3w630h470q75ms2v9612_20151117115534391

Mensch, Maschine und Internet verändern die Produktion und lassen die Industrie auf neuen Schwung hoffen (Symbolbild). (KEYSTONE/GAETAN BALLY)

36 Prozent sagten aus, das Thema sei in der Beobachtungs- und Analysephase. Nur 4 Prozent setzt Industrie 4.0 bereits um und nur 4 Prozent testet oder plant neue umfassende Systeme. 18 Prozent haben mit Einzelprojekten begonnen.

Zugleich sind 80 Prozent überzeugt, dass sie durch den Umbau zur intelligenten Fabrik wirtschaftlich erfolgreicher werden. Zwei von drei Unternehmen erwarten Verbesserungen für die eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie einen Wandel in der Zusammensetzung der Belegschaft. Jedes zweite Unternehmen rechnet in den nächsten fünf Jahren mit neuen Geschäftsmodellen und Produkten.

Bedeutung spät erkannt

Die Unternehmen geben sich zugleich selbstkritisch: 75 Prozent sind der Meinung, die Wirtschaft insgesamt habe die Bedeutung von Industrie 4.0 bisher unterschätzt.

Nicht viel weiter sind die deutschen Unternehmen: Auch in Deutschland setzen nur 4 Prozent der befragten Unternehmen Industrie 4.0 um, fünf Prozent testen oder planen Systeme, immerhin 19 Prozent haben sich bereits konkret mit dem Thema beschäftigt.

Für die Studie wurden im vergangenen Sommer 329 Industrieunternehmen aus Deutschland, der Schweiz und China befragt. Aus der Schweiz stammen 50 Unternehmen, die grösstenteils im Maschinen -und Anlagenbau tätig sind.

Mit der Industrie 4.0 ist die zunehmende Digitalisierung der Industrie gemeint. Virtuelle und physische Welten wachsen zusammen. Diese neuen Technologien werden als Revolution angesehen. Industrie 4.0 ist somit als Fortsetzung zu verstehen nach der Mechanisierung im 18. Jahrhundert, der Elektrifizierung im 20. Jahrhundert und der Automatisierung in den 1970-er Jahren. Der Begriff Industrie 4.0 ist in Deutschland entstanden.

Quelle: (sda), Liechtensteiner Vaterland

Postfinance-Bezahl-App Twint schweizweit gestartet

Die Bezahl-App der Postfinance mit Namen Twint ist am Dienstag schweizweit gestartet. Twint kann derzeit bei über 1000 Coop-Kassen, in über 250 Läden, Restaurants und Bars verwendet werden.

Einsetzbar ist sie auch im Stade de Suisse in Bern, in den Gastrobetrieben der SV Group und in ersten Poststellen.

Das Bezahl-App Twint wird in einem Zürcher Restaurant benutzt (Archiv).

Das Bezahl-App Twint wird in einem Zürcher Restaurant benutzt (Archiv).

Damit habe man die eigenen Erwartungen übertroffen, erklärte Twint-Chef Thierry Kneissler vor den Medien in Zürich. Beim Start von Twint Anfang August in Bern und Zürich habe man mit lediglich 50 Shops bis zur schweizweiten Lancierung gerechnet.

«Jetzt geht es richtig los», sagte Kneissler. Bis Ende Jahr solle Twint an mindestens 5000 Ladenkassen einsetzbar sein, davon 3000 bei Coop.

Bis im Frühling würden alle Kassen in sämtlichen Coop-Supermärkten ausgerüstet, erklärte Coop-Informatikchef August Harder. Zudem funktionierte Twint bis dahin auch in den Onlineshops von Coop.

Getestet werde die Bezahl-App ebenfalls an den Billetautomaten der SBB im Bahnhof Bern, sagte Kneissler. Überdies sollten es bis Ende Jahr über 1000 Läden sein, in denen mit Twint bezahlt werden könne. Und die Post rüstet in den kommenden Tagen die 80 grössten Poststellen mit Twint aus. Weitere sollen im nächsten Jahr folgen.

Verhandlungen mit Migros

Die Migros ist mit Twint und der Postfinance in Verhandlungen, wie Migros-Sprecher Luzi Weber auf Anfrage sagte. Aus technischer Sicht sei Twint in die Migros-eigene Bezahl-App integrierbar.

Gleichzeitig sind immer mehr Banken an Bord. Neben der Postfinance, der Valiant Bank und der Berner Kantonalbank setzen neu auch die Kantonalbanken von Thurgau, Graubünden, Schaffhausen und Genf auf die Bezahl-App.

Um an der Ladenkasse zu zahlen, verwendet Twint die Funktechnologie Bluetooth, die in den bisherigen Zahlterminals nicht funktioniert. Die Läden müssen deshalb eigene Twint-Terminals kaufen. Kleinere Läden können auch die Twint-Händler-App für den Bezahlvorgang verwenden.

Konkurrenz zu Paymit

Auf den landesweiten Start hin hat Twint den Funktionsumfang erweitert: Neu kann man die App auch einsetzen, um von Handy zu Handy Geld zu überweisen.

Damit macht Twint der Bezahl-App Paymit Konkurrenz, die vom Finanzinfrastrukturanbieter SIX, von mehreren Banken und von der Swisscom betrieben wird. Mit Paymit lassen sich bislang lediglich Geldbeträge zwischen Privatpersonen per Smartphone überweisen und anfordern. Eine Bezahlfunktion kennt die App noch nicht. Daneben bieten weiterhin Startup-Unternehmen, wie die Schweizer Anbieter Mobino, Muume oder Klimpr, eigene Bezahlsysteme an.

Konkurrieren müssen Twint und Paymit längerfristig zwar ohnehin mit internationalen Systemen wie zum Beispiel ApplePay, das in der Schweiz aber noch nicht funktioniert. Dennoch dürfte es entscheidend sein, welches System in den nächsten Monaten am meisten Nutzer und Zahlstellen für sich gewinnen kann, da sich kaum mehrere Systeme parallel etablieren dürften.

Bereits das Handtuch geworfen hatte die Swisscom Anfang August bei ihrer eigenen Bezahl-App Tapit. Der Grund war Erfolgslosigkeit. Der grösste Schweizer Telekomkonzern hat sich seither Paymit angeschlossen.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt

Kaum veränderte Aussichten für die Schweizer Wirtschaft

Die Schweizer Wirtschaft ist weiterhin daran, sich zu stabilisieren und den Wechselkursschock zu verdauen. Das zeigt der KOF-Konjunkturbarometer im Oktober. Gegenüber September ist dieser leicht um 0,5 Punkte gesunken.

Stützender Konsum: Die Aussichten für die Schweizer Wirt­schaft haben sich im Oktober kaum verändert. (Symbolbild)

Stützender Konsum: Die Aussichten für die Schweizer Wirt­schaft haben sich im Oktober kaum verändert. (Symbolbild)

Damit hat sich gemäss der Mitteilung der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) vom Freitag die Situation für die Schweizer Wirtschaft kaum verändert. Mit dem neuen Stand von 99,8 Punkte befindet sich der Barometer leicht unter dem langfristigen Durchschnitt.

Etwas Druck auf das Barometer übten dabei die Indikatoren in den Bereichen Banken, Bau- und Gastgewerbe aus. Abgefedert werde die Abwärtstendenz jedoch von den minim besseren Perspektiven für den Konsum sowie von den stabilen Aussichten für das verarbeitende Gewerbe und den Exportchancen, wie es in der Mitteilung heisst. Insgesamt seien jedoch die Veränderungen im Oktober sehr gering.

Das KOF-Konjunkturbarometer ist ein Frühindikator für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaftslage. Bisher setzte er sich aus 217 Einzelindikatoren zusammen. Nach der im September durchgeführten jährlichen Überarbeitung des Konjunkturbarometers werden gemäss KOF neu 238 Indikatoren ausgewertet.

Quelle: Liechtensteiner Volksblatt

Anerkennung für vorzügliche Leistungen

Die Lehrlinge, die sich in das Goldene Buch eintragen durften, posierten gemeinsam mit Erbprinz Alois und Werner Kranz vom Schulamt. (Foto: Nils Vollmar)

Die Lehrlinge, die sich in das Goldene Buch eintragen durften, posierten gemeinsam mit Erbprinz Alois und Werner Kranz vom Schulamt. (Foto: Nils Vollmar)

Am Freitag konnten sich 33 Lehrabsolventen, die mit einer Note von 5.3 oder besser ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben, auf Schloss Vaduz ins Goldene Buch eintragen. Vor der Feier hatten sie Gelegenheit, bei einer Führung einen Blick hinter die imposanten Schlossmauern zu werfen.

Erbprinz Alois gratulierte den jungen Berufsleuten ganz herzlich zum überaus erfolgreichen Lehrabschluss und unterstrich, mit der bereits zur Tradition gewordenen Eintragung ins Goldene Buch werde der gezeigte Einsatz und die vorzügliche Leistung auch von offizieller Seite gewürdigt. Eine gute Ausbildung sei eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben. Die Wirtschaft wiederum sei auf gut ausgebildete Berufsleute angewiesen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Schliesslich sei der Staat an einer florierenden Wirtschaft interessiert. Der Erbprinz dankte den Ausbildnern, den Berufsschulen, den Berufsverbänden, welche fördernd und unterstützend die Auszubildenden begleitet haben. Im Beisein von Vertretern der Wirtschaftsverbände, des Arbeitnehmerverbandes, des Amtes für Berufsbildung und von betrieblichen Ausbildnern überreichte er den 33 erfolgreichen Berufsleuten die Diplome, 17 Frauen und 16 Männer aus fünfzehn verschiedenen Lehrberufen, worauf sich jede und jeder mit seiner bzw. ihrer Unterschrift im Goldenen Buch verewigen konnte.

Mehr dazu lesen Sie im «Volksblatt» vom Samstag (12. September 2015).

Quelle: (hs) Liechtensteiner Volksblatt